Startseite Wissen Frauen Umfrage zeigt: Belästigung in Öffis ist Alltag für viele Frauen

Umfrage zeigt: Belästigung in Öffis ist Alltag für viele Frauen

Umfrage des Vereins Wendepunkt und der AK NÖ bestätigt: Übergriffe sind keine Ausnahme

Sexuelle Übergriffe in öffentlichen Verkehrsmitteln / Foto: zVg.
Stadträtin Selina PrünsterFoto: zVg.

Jede zweite Frau oder jedes zweite Mädchen hat es bereits erlebt: Übergriffe in öffentlichen Verkehrsmitteln. Von unpassenden Kommentaren über aufdringliche Blicke bis hin zu ungewollten Berührungen – sexualisierte Belästigung ist für viele Alltag. Erschreckendes Detail: Sie beginnt sehr früh, auch Mädchen unter 14 Jahren sind betroffen.

Das zeigt die aktuelle Umfrage im Rahmen des Projekts „Safer Place – Sicher unterwegs, dank dir!“, durchgeführt vom Wiener Neustädter Verein Wendepunkt mit Unterstützung der Arbeiterkammer Niederösterreich. Über 1.000 Personen haben ihre Erfahrungen geteilt.

zu den Daten der Umfrage (PDF)

Prünster: „gezielte Grenzverletzungen“

„Die Zahlen bestätigen, was viele Frauen täglich erleben: Übergriffe sind keine Ausnahme.” sagt Stadträtin Selina Prünster. „Ich selbst erinnere mich an eine Situation: Ein Mann hat sich gegenüber mir sitzend entblößt – nicht aus Versehen, sondern ganz bewusst. Und trotzdem kam in mir das Gefühl von Scham auf. Das ist falsch – und genau das will ich jeder Frau mitgeben: Diese Übergriffe sind kein peinlicher Moment für uns. Sie sind gezielte Grenzverletzungen.” Die Folgen für Betroffene sind tiefgreifend: Angst, Stress, Unsicherheit und nicht selten die Entscheidung, bestimmte Strecken oder Verkehrsmittel ganz zu meiden. „Das bedeutet nicht nur psychischen Druck, sondern eine massive Einschränkung der Mobilität und Selbständigkeit“, so Prünster.

Zivilcourage, Prävention und Männerarbeit

Sie betont: „Wir müssen auf mehreren Ebenen ansetzen. Ich danke dem Verein Wendepunkt für die wichtige Aufklärungsarbeit – etwa durch die Infokarten-Kampagne, die das Thema in die Öffentlichkeit trägt. Doch es braucht auch Zivilcourage. Wenn wir Zeug:innen von Übergriffen werden, dürfen wir nicht wegsehen. Gemeinsam können wir schützen.“

Zudem muss Prävention viel früher ansetzen: „Unser Ziel darf nicht nur der Schutz der Opfer sein. Wir müssen auch in Männerarbeit investieren – in Bildung, in Dialog und in Verantwortung. Respekt und Grenzen müssen bereits in der Schule Thema sein.“

Die Formen von Gewalt und Übergriffen sind vielfältig – die Antworten darauf müssen es ebenfalls sein. „Es braucht Aufklärung, Schutzräume, Beratung, Prävention – und vor allem: eine Politik, die hinsieht und handelt“, so die Grüne Gemeinderätin abschließend.

Dieser Artikel basiert auf einer Aussendung von Die Grünen Wiener Neustadt und spiegelt nicht zwingend die Meinung der Redaktion wider.
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