Die Bekämpfung von Finanzkriminalität erfordert spezialisiertes Wissen – doch entsprechende akademische Weiterbildungsangebote sind im deutschsprachigen Raum bislang rar. Die FH Wiener Neustadt greift diesen Bedarf auf und startet den neuen Lehrgang Financial Crime Investigation.
Finanzströme werden schneller, digitaler und globaler und mit ihnen verändern sich auch die Methoden der Wirtschaftskriminalität. Mit dem Lehrgang Financial Crime Investigation bündelt die FH Wiener Neustadt unterschiedliche Fachperspektiven in einer praxisorientierten Weiterbildung.
„Financial Crime ist ein dynamisches Feld, das längst nicht mehr innerhalb einzelner Fachdisziplinen oder nationaler Grenzen betrachtet werden kann“, erklärt Jennifer-Marieclaire Sturlese, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Fakultät Sicherheit an der FHWN. „Der Lehrgang verbindet rechtliche, wirtschaftliche, finanzielle und technologische Perspektiven und bringt unterschiedliche Berufsgruppen zusammen.“
Kriminelle Strukturen erkennen und analysieren
Von Korruption und Geldwäsche über Betrug bis hin zu organisierter Kriminalität: Der Lehrgang greift Herausforderungen der Wirtschaftskriminalität auf und verbindet sie mit konkreten Ermittlungs- und Analysemethoden. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer lernen, typische Strukturen zu erkennen, Risiken einzuschätzen und komplexe Sachverhalte systematisch zu analysieren. Eine abschließende Case Study bringt das Gelernte schließlich direkt in die berufliche Praxis.
„Dadurch entsteht eine direkte Verbindung zwischen theoretischem Fachwissen, beruflicher Erfahrung und konkreter Anwendung“, so Sturlese. Gleichzeitig setzt der Lehrgang bewusst auf den Austausch über Fach- und Institutionsgrenzen hinweg: „Vernetzung und Wissenstransfer zwischen Justiz, Exekutive und Finanzverwaltung sind dabei zentrale Bausteine.“
Gefragte Expertise in einem dynamischen Umfeld
Der Lehrgang richtet sich an Fach- und Führungskräfte aus Ermittlungs-, Aufsichts- und Kontrollbereichen sowie an Personen mit finanz- und wirtschaftsbezogenem Hintergrund. Die erworbenen Kompetenzen können insbesondere in Finanzermittlungen, Wirtschaftskriminalitätsbekämpfung, Compliance und Risikoprävention eingesetzt werden.
Dass diese Expertise weiter an Bedeutung gewinnt, zeigt auch die technologische Entwicklung: Finanztransaktionen erfolgen zunehmend grenzüberschreitend und in Echtzeit, während Kryptowährungen, digitale Vermögenswerte und Online-Banking neue Missbrauchsmöglichkeiten eröffnen. Der Lehrgang erweitert bestehende Berufsexpertise daher um moderne Methoden der Finanzkriminalitätsanalyse, Financial Intelligence, Forensik und Prävention.
Berufsbegleitend in einem Semester
Der erste Durchgang von Financial Crime Investigation startet im Februar 2027 und ist auf 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer begrenzt. Über ein Semester hinweg finden acht Unterrichtswochen im zweiwöchigen Rhythmus statt.
Nach erfolgreichem Abschluss erhalten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer das Zertifikat als „zertifizierte Wirtschaftskriminalitätsexpertin“ oder „zertifizierter Wirtschaftskriminalitätsexperte“. Bewerbungen sind ab sofort möglich.











