Die FOTEC Forschungs- und Technologietransfer GmbH und Fachhochschule Wiener Neustadt entwickeln im Rahmen eines Forschungsprojekts innovative Drucktanks für Kleinsatelliten. Durch neue Materialien, additive Fertigung und integrierte Sensorik sollen diese in ihrer Zuverlässigkeit, Lebensdauer und Leistungsfähigkeit verbessert werden und zugleich die europäische Raumfahrt stärken.
Satelliten liefern täglich Daten, die für Wettervorhersagen, Navigation oder die Beobachtung unseres Planeten genutzt werden. Damit sie im All zuverlässig gesteuert werden können, braucht es leistungsfähige und sichere Antriebssysteme – insbesondere kompakte und widerstandsfähige Drucktanks für die Treibstoffe. An deren Weiterentwicklung arbeiten FOTEC und FH Wiener Neustadt in einem aktuellen Forschungsprojekt.
„Unser Ziel ist es, Drucktanks zu entwickeln, die robuster sind und auch mit anspruchsvolleren Treibstoffen zuverlässig funktionieren. Damit können Satelliten künftig effizienter und länger im Einsatz bleiben“, erklärt Helmut Loibl, Geschäftsführer der FOTEC, dem Forschungsunternehmen der FH Wiener Neustadt.
Vom Konzept zum einsatzbereiten Tank
Im Zentrum des Projekts stehen sogenannte „Composite Overwrapped Pressure Vessels“, die für die Speicherung gasförmiger Treibstoffe wie Wasserstoff, Methan oder Sauerstoff ausgelegt sind. Im Unterschied zu herkömmlichen Lösungen kommen Nickelbasislegierungen wie Inconel oder Hastelloy zum Einsatz, die besonders widerstandsfähig gegenüber Korrosion und hohen Temperaturen sind.
Die FOTEC übernimmt im Projekt die Gesamtkoordination sowie Fertigung und Tests der Drucktanks. Die FH Wiener Neustadt bringt ihre Expertise im Bereich Design und Simulation ein und entwickelt darüber hinaus eine spezielle Wickelanlage zur Umwicklung der Tanks mit Kohlefasern.
„Wir kombinieren im Projekt Simulation und praktische Entwicklung – von der Auslegung der Tanks bis zur Umsetzung in der Wickelanlage“, so Christof Obertscheider vom Institut für Applied Mechanics an der FH Wiener Neustadt. „Dadurch können wir die Prozesse im Detail verstehen und weiterentwickeln.“
Beitrag zur europäischen Raumfahrt
Die entwickelten Tanks werden nach europäischen Raumfahrtstandards umfassend getestet. Dabei werden sie unter verschiedenen Bedingungen wiederholt unter Druck gesetzt und an ihre Belastungsgrenzen gebracht. Zusätzlich werden Sensoren integriert, die den Füllstand präzise messen und den Zustand der Tanks laufend überwachen.
Das Projekt wird im Rahmen der Ausschreibung 2025 des Austrian Space Applications Programme (ASAP) der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) gefördert und läuft über 27 Monate. Neben der FOTEC und FH Wiener Neustadt sind auch industrielle Partnerinnen und Partner sowie Interessensvertreterinnen und -vertreter aus Österreich und Europa eingebunden.
Mit dem Aufbau von Know-how und Infrastruktur im Bereich Hochleistungsdrucktanks leisten FOTEC und FH Wiener Neustadt einen wichtigen Beitrag zur europäischen Raumfahrttechnologie und schaffen die Grundlage für unabhängige, leistungsfähige Lösungen „Made in Europe“. Ziel ist es, eine echte Alternative zu klassischen Aluminiumdrucktanks zu schaffen und damit Niederösterreich als Standort für Weltraumtechnologie zu stärken.












