Startseite Wissen Forschung Mit Holz ins All: FOTEC erforscht nachhaltige Materialien für Satelliten

Mit Holz ins All: FOTEC erforscht nachhaltige Materialien für Satelliten

Wiener Neustadt: Holzkomponenten für die Satelliten der Zukunft?

Forschungsprojekt GLOW / Foto: © FOTEC
Kick-off-Meeting des bis 2027 andauernden ForschungsprojektsFoto: © FOTEC

Die FOTEC Forschungs- und Technologietransfer GmbH, das Forschungsunternehmen der Fachhochschule Wiener Neustadt, startet gemeinsam mit dem Kompetenzzentrum Holz – Wood K plus – das innovative Forschungsprojekt „Green Low-Earth Orbit Woodcraft“ (GLOW). Ziel ist es, herauszufinden, ob technisch modifizierte Holzmaterialien als umweltfreundliche Alternative zu Aluminiumlegierungen im Satellitenbau eingesetzt werden können.

Gemeinsam mit der Fachhochschule Wiener Neustadt betreibt die FOTEC das erste ESA Lab in Österreich, das sich der Entwicklung und Erprobung von Kleinsatelliten widmet. Angesichts des rasanten Wachstums der Satellitenindustrie – bis 2030 sollen zehntausende neue Satelliten die Erde umkreisen – rückt dabei auch die ökologische Dimension der Raumfahrt in den Fokus: Beim Wiedereintritt ausgedienter Satelliten entstehen durch Aluminiumlegierungen große Mengen an Aluminiumoxid-Partikeln, die die Atmosphäre beeinflussen können.

Nachhaltige Alternativen für die Raumfahrt

GLOW will hier eine nachhaltige Alternative schaffen. Holzbasierte Hochleistungswerkstoffe sind leicht, stabil und temperaturbeständig – ideale Eigenschaften für den Einsatz im All. Zudem ermöglichen sie eine gezielte Verbrennung der Strukturelemente von Satelliten beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre.

„Mit Forschungsprojekten im Rahmen unseres ESA Labs entwickeln wir neue Kleinsatellitenplattformen, die in Leistung und Effizienz über herkömmliche Modelle hinausgehen sollen. Dabei wollen wir aktiv zur Zero Debris Charter der ESA beitragen – einerseits mit elektrischen und grünen chemischen Antriebssystemen und andererseits mit dem Einsatz umweltfreundlicher Materialien“, erklärt Bernhard Seifert, Bereichsleiter Aerospace Engineering bei der FOTEC.

Erste Begutachtungen zeigen: Holzbasierte Komponenten in Satelliten setzen beim Wiedereintritt deutlich weniger Partikel frei als solche mit Komponenten aus Aluminiumlegierungen. Ihre Produktion benötigt zudem weniger Energie und verursacht geringere CO₂-Emissionen. Auch diese Umwelteffekte werden im Projekt genauer untersucht.

Hightech-Holz mit Zukunftspotenzial

„Mit GLOW wollen wir holzbasierte Hightech-Materialien in die Raumfahrt bringen – als nachhaltige, leistungsfähige Werkstoffe mit enormem Zukunftspotenzial. Unser Ziel ist es, zu zeigen, dass biobasierte Materialien nicht nur auf der Erde, sondern auch im All eine echte nachhaltige Alternative darstellen“, erklärt Christian Hansmann, Bereichsleiter Massivholz und Holzverbundwerkstoffe bei Wood K plus.

Durch die Verbindung von Holzwissenschaft, Materialtechnik und Raumfahrttechnologie soll GLOW die Machbarkeit biobasierter Leichtbaustrukturen im Weltraum demonstrieren. Die Erkenntnisse könnten weit über die Satellitenindustrie hinausreichen – etwa in die Luftfahrt oder den Automobilbau, wo nachhaltige Hochleistungsmaterialien zunehmend gefragt sind.

GLOW nimmt Fahrt auf

Das Kick-off-Meeting mit allen beteiligten Partnern hat bereits stattgefunden. Das von der FOTEC koordinierte Projekt läuft von Oktober 2025 bis März 2027 und wird im Rahmen des Austrian Space Applications Programms der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft gefördert.

GLOW steht in direktem Einklang mit der Zero Debris Charter der Europäischen Weltraumorganisation ESA, mit der bis 2030 die Entstehung von Weltraummüll drastisch eingeschränkt werden soll. Damit leistet das Projekt einen maßgeblichen Beitrag zu den europäischen Klimaneutralitätszielen.

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