Auch Nie­der­ös­ter­reichs Sport­ar­ti­kel­han­del ist vi­rus­ge­schä­digt

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Co­ro­na­kri­se: Rad­sport als ein­zi­ger Licht­blick

„Wirklich optimistisch bin ich nicht, denn mancher Sportartikelhändler wird diese Krise nicht überstehen.“

Das sind die Worte von Michael Nendwich, Obmann des niederösterreichischen Sportartikelhandels in der Wirtschaftskammer gegenüber dem NÖ Wirtschaftspressedienst. „Dennoch“, sagt er, „gibt es ein paar Kollegen, die auch jetzt so viel zu tun haben, dass sie sogar zusätzliche Mitarbeiter suchen. Das sind jene, die aufs Fahrrad gesetzt haben und im urbanen Umfeld ihr Geschäft betreiben.“ Diese zählen zu den rund 50 Prozent der Sportartikelhändler in Niederösterreich mit weniger Verkaufsfläche als 400 Quadratmetern, die seit dem 14. April wieder geöffnet haben.

Beratung vor Ort nicht möglich

Nendwich schätzt, dass für rund ein Viertel der NÖ Sportartikelhändler das Fahrrad das Hauptgeschäft ist. Der Run aufs Fahrrad erfolgt jedes Jahr rund um Ostern. „Zu Ostern werden in der Regel 80 Prozent der Kinderfahrräder pro Jahr verkauft und auch der Großteil der Fahrräder für Erwachsene. Das werden wir trotz des Ansturms auf einige wenige Geschäfte im Rest des Jahres nicht mehr aufholen können“, meint der Obmann. Denn wichtig sei beim Fahrradkauf die persönliche Beratung und der Kauf vor Ort, was beim online-Einkauf nicht möglich sei. Das gelte vor allem, wenn es darum geht, ein teures E-Bike anzuschaffen oder ein Kinderfahrrad zu testen. Nur wenige niederösterreichische Sportartikelhändler setzen auf Fahrradreparatur. Dieser Umsatz liegt in der Regel deutlich unter fünf Prozent.

Situation bei Mannschaftssportarten ungewiss

„Abgesehen vom Fahrrad fällt der Blick in die Zukunft eher düster aus. „Viele Bereiche in der Branche sind stark rückläufig, insbesondere gilt dies für Mannschaftssportarten, wie etwa den Fußball“, sagt Michael Nendwich. Vorsichtig optimistisch ist er beim Laufsport: „Da hoffen wir, dass sich mit der Öffnung der größeren Filialen ab 1. Mai noch die Chance eines Aufholprozesses ergibt.“ Wenig Chancen hingegen räumt er dem sportlichen Modegeschäft ein. „Wer kauft sich schon neue Sneakers, wenn er den ganzen Tag nur zu Hause ist? Da wird viel Ware übrig bleiben.“

NAbg. Peter Schmiedlechner / Foto: zVg.

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Wirtschaft