GVTB-Be­ton­preis 2020: Aus­zeich­nung für re­vi­ta­li­sier­te Ka­se­mat­ten

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Kasematten Wiener Neustadt / Foto: WopfingerTransportbetonGes.m.b.H.
Anerkennung in der Kategorie Nachhaltigkeit: Kasematten und die neue Galerie Wiener NeustadtFoto: WopfingerTransportbetonGes.m.b.H.

Wie­ner Neu­stadt: An­er­ken­nung des Gü­te­ver­ban­des Trans­port­be­ton für nach­hal­ti­ges Bau­pro­jekt

Zum achten Mal wurde der Betonpreis des Güteverbandes Transportbeton, GVTB, entschieden. Das Coronavirus und die damit verbundenen Maßnahmen verhinderten leider vorerst die feierliche Verleihung.

Im Zentrum der Auszeichnung des Güteverbandes Transportbeton stehen Projekte, die überwiegend mit Transportbeton errichtet wurden. Das eingereichte Bauprojekt muss fertiggestellt und darf nicht älter als drei Jahre sein. Heuer konnte das Projekt “Kasematten und die neue Galerie Wiener Neustadt“ mit einer Anerkennung in der Kategorie Nachhaltigkeit punkten.

“Ein sehr spannendes, sensibles Projekt“

Die Jury – Architektur-Journalist Wojciech Czaja, Vorsitzender der Jury, Renate Hammer, Institute of Building Research & Innovation ZT GmbH, Johann Kollegger, Institut für Tragkonstruktionen-Betonbau/TU Wien, Elmar Hagmann, Bauunternehmen Sedlak, und Jörg Fessler, UniqueFessler Werbeagentur wogen in der virtuellen Jurysitzung alle Projekte mit zahlreichen Pros und Contras sorgfältig ab. „Aufgrund der Einreichungen haben wir die Preise in Infrastruktur und Hochbau unterteilt – so konnten wir gerecht zwei Sieger ermitteln. Es war nicht einfach, denn auch die Kasematten in Wiener Neustadt sind ein sehr spannendes, sensibles Projekt, das beweist, wie viel Gespür die Architekten an den Tag gelegt haben, um Altes und Neues mithilfe von Beton zu verbinden“, so Juryvorsitzender Wojciech Czaja.

Kasematten und Neue Galerie Wiener Neustadt

Kasematten und Neue Galerie Wiener Neustadt ist eine Revitalisierung in Kombination mit der Errichtung zweier Zubauten an den historischen, denkmalgeschützten Bestand. „Hier wurde Beton zur Lösung von einer komplexen Bauaufgabe gewählt, alle Vorzüge des Baustoffs wurden ausgenutzt. Auch die Ausführung der Sichtbetonflächen stellte bei diesem Projekt hohe Anforderungen an die Ausführenden. Das Gesamtergebnis kann sich sehen lassen und fügt sich harmonisch in den Altbestand ein. Ein nachhaltiger Umgang mit alt und neu “, so Elmar Hagmann. 2019 fand in den Kasematten als erste Nutzung die Niederösterreichische Landesausstellung statt, seither werden die Räumlichkeiten als Veranstaltungs- und Ausstellungsstätte genutzt. Die zeitgenössischen baulichen Interventionen, geplant vom slowenischen Büro bevk perovic arhitekti d.o.o., im denkmalgeschützten Bestand sind stets klar erkennbar und ablesbar. Der Bauteil der halb versenkten Neuen Galerie ist ebenfalls aus Stahlbeton errichtet. Die Neue Galerie ist ein multifunktionaler Raum für diverse Veranstaltungen, der die historische Anlage als zeitgenössisches Element ergänzt. Der große Veranstaltungsraum kann durch mobile Raumteiler gegliedert werden. Im Untergeschoß befinden sich die Sanitäranlagen, Technikflächen, Lagerräume, ein Catering-Zubereitungsbereich und ein Proberaum.

Der Boden wurde als rohe Betonfläche ausgeführt. Die Bauteile sind thermisch aktiviert. Heizung und Kühlung werden zu 100 Prozent über die thermische Nutzung des Grundwassers technisch aufbereitet und durch Wärmepumpe und Kältemaschine abgedeckt. Die Baufirma Granit sorgte für die sorgfältige Ausführung, Wopfinger Transportbeton lieferte den Beton.

Vielfältige Projekte mit Klimaschutz

Zur Einreichung zum GVTB-Betonpreis eingeladen sind jeweils Bauunternehmen, ArchitektInnen, Bauherren, Auftraggeberinnen und selbstverständlich Transportbetonunternehmen des GVTB. Der eingesetzte Beton muss von einem Mitglied des GVTB stammen. Für den GVTB-Betonpreis 2020 gab es acht Einreichungen, die in ihren Qualitäten und Formsprachen wieder höchst unterschiedlich waren.

„Die Vielfalt der Projekte, auch wenn es diesmal Corona-bedingt weniger als 2019 waren, hat mich überrascht – mit welchen Bauvorhaben unsere Unternehmen ihr Können unter Beweis stellen, ist beeindruckend. Es gibt Entwürfe, da ist der Transportbeton einfach Mittel zum Zweck, wie bei einer Brücke und andere wiederum betonen, wie stolz sie auf unseren Baustoff sind. Immer mit dabei ist eine beachtlich hohe Ausführungsqualität wie auch der Mut, etwas Neues auszuprobieren. Besonders beachtenswert finde ich jedoch, dass alle Einreichungen in puncto Klimaschutz ausgezeichnet sind und zeigen, welchen wertvollen Beitrag Beton für unsere gebaute Umwelt und unsere Klimaschutzbemühungen leistet“, erläutert Markus Stumvoll, Präsident des GVTB. In allen Kategorien – Funktion, Innovation, Ausführungsleistung, Nachhaltigkeit und Design – überzeugten im Bereich Infrastruktur der ÖBB Bahnhof Kapfenberg/Steiermark wie auch im Bereich Hochbau das neue Bürogebäude von KTM, das „House of Brands“ in Munderfing/Oberösterreich. Eine Anerkennung in der Kategorie Nachhaltigkeit erhielt Kasematten und die Neue Galerie in Wiener Neustadt. Der Bürozubau des Unternehmen Berneggers in Molln/Oberösterreich, erhielt eine Anerkennung in der Kategorie Ausführung.

Piranesi Award für Architekturbüro pevk perovic / Foto: Stadt Wiener Neustadt/Pürer

"Piranesi Award" für Kasematten und Neue Bastei

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