Der neue WWF-Bodenbericht macht deutlich: Österreich verbraucht weiterhin viel zu viel Boden – und auch Wiener Neustadt muss umdenken, bevor weitere wertvolle Grün- und Landwirtschaftsflächen unwiederbringlich verloren gehen.
„Wenn ich heute durch Wiener Neustadt fahre, sehe ich eine Stadt, die sich in wenigen Jahrzehnten stark verändert hat. Als Jugendliche waren die Flächen im Westen der Stadt noch Wiesen. Dort, wo heute Betriebsgebiete und Zufahrten liegen, konnte man reiten – der örtliche Reitstall hatte hier seine Flächen. Von Wiener Neustadt konnte man über die Felder und durch den ‚Pumpererwald‘ bis nach Bad Fischau reiten“, so die Grüne Gemeinderätin Elke Szalai in einer Aussendung.
Kein Kurswechsel in Sicht
Auch im Osten wurden bereits in den 1990er-Jahren landwirtschaftliche Flächen durch Wohnsiedlungen und Betriebsgebiete Stück für Stück weniger. Die Ostumfahrung ist deshalb nicht der Beginn dieser Entwicklung, sondern ein weiteres Kapitel. Der aktuelle WWF-Bodenbericht zeigt, wie dringend ein Kurswechsel ist: 2025 wurden in Österreich durchschnittlich 7,7 Hektar Boden pro Tag verbraucht – deutlich mehr als das politische Ziel von 2,5 Hektar. Rund 60 Prozent davon wurden versiegelt.
„Wir müssen endlich aufhören, jeden einzelnen Flächenverbrauch isoliert zu betrachten. Was uns fehlt, ist die ehrliche Frage: Wie viel landwirtschaftlicher Boden, Grünraum und Wasserspeicher wollen wir als Stadt überhaupt noch verlieren?“, fragt Szalai.
Intakte Böden speichern Wasser
Gerade angesichts von Trockenheit, Hitze und zunehmendem Druck auf unsere Wasserressourcen ist weiterer Bodenverbrauch nicht mehr zeitgemäß. Intakte Böden speichern Wasser, ermöglichen Grundwasserneubildung und sichern landwirtschaftliche Produktion. „Was heute als unbebaute Reserve betrachtet wird, brauchen wir morgen vielleicht dringend als Acker, Wasserspeicher oder kühlen Freiraum. Diese Flächen einfach weiterzubauen, ist keine zukunftsfähige Stadtentwicklung. Es ist verantwortungslos weiter auf Verbauung zu setzen, statt auf Bodenschutz, Wasserspeicher und Versorgung durch die regionale und lokale Landwirtschaft.“, so Szalai abschließend.
Denn wer selbst erlebt hat, wo früher Wiesen waren, weiß: Was einmal verbaut ist, kommt nicht einfach zurück










