Startseite Umwelt Klima Protestcamp in Lichtenwörth gegen Ostumfahrung und Enteignung

Protestcamp in Lichtenwörth gegen Ostumfahrung und Enteignung

Täglich hunderte TeilnehmerInnen erwartet

Dieser Artikel wurde vor 1 Jahr veröffentlicht. (Letztes Update vor: 1 Jahr)

Klima-Protestcamp / Foto: Vernunft statt Ostumfahrung
Hans Gribitz (links) und Christian Fenz (rechts) kämpfen gegen die Zerstörung ihrer fruchtbaren Äcker durch die Ostumfahrung und gegen ihre Enteignung durch das Land NÖFoto: Vernunft statt Ostumfahrung

Das Land Niederösterreich möchte zur Erschließung von Gewerbegebieten östlich von Wr. Neustadt die “Ostumfahrung” bauen. Tausende Menschen in der Region und mehrere Grundstück-BesitzerInnen entlang der geplanten Trasse wehren sich dagegen. Letztere sollen zwangsenteignet werden, so die Veranstalter.

Von 4. bis 11. Juni 2023 werden daher täglich hunderte Menschen im Rahmen eines Klimacamps gegen eine drohende Enteignung protestieren. Die KlimaktivistInnen, die am Camp zusammenkommen, solidarisieren sich mit den betroffenen Landwirtinnen und veranstalten gemeinsam mit der Bürgerinnen-Plattform Vernunft statt Ost”Umfahrung” ein einwöchiges Protestcamp auf den betroffenen Äckern.

Während des Camps wird es über 60 Vorträge, Workshops und Diskussionen geben – z.B. am Dienstag Abend Dr.Wolfram Proksch / AllRise: „Wir lassen und die Zukunft nicht verbauen“, am Donnerstag Abend eine Podiumsdiskussion zur „Mobilitätswende“ oder etliche Impulse zum Thema Klimagerechtigkeit. Das gesamte Programm will dafür sensibilisieren, dass sich globale Probleme in lokalen widerspiegeln. 

Versiegelung heizt Klimakrise an

“Betonprojekte wie die Ostumfahrung heizen die Klimakrise an. Statt unsere Ernährungssicherheit durch lokale Landwirtschaft zu fördern, versiegeln immer mehr Schnellstraßen, Einkaufszentren und Gewerbeflächen beste Böden. Das gräbt uns im wahrsten Sinn des Wortes die Lebensgrundlagen ab”, sagt Lucia Steinwender von System Change, not Climate Change.

Die “Lichtenwörther Äcker” gehören laut AGES zu den fruchtbarsten Böden Österreichs und sind besonders resistent gegen Trockenheit, die durch die Klimakrise gravierend verstärkt wird. Niederösterreichs Politik ist beim Bodenverbrauch weiterhin maßlos, das zeigt ein aktueller Bericht des WWF. 

Bereits jetzt führen die Seen rund um Wr. Neustadt aufgrund des niedrigen Grundwasserspiegels kein Wasser mehr, die Zerstörung des Natura2000-Gebietes der „Fischa-Auen“ durch die Schneise der OstUmfahrung wäre ein weiterer Schlag gegen den Wasserhaushalt der Region, erklären die Protestcamper.

Drohende Enteignung der Landwirte

Hans Gribitz ist einer der betroffenen Landwirte und sagt: “Durch die Enteignung verliere ich mehrere tausend Euro. Aber durch die Klimakrise verlieren wir unsere Existenz. Irgendwo muss Schluss sein mit der Versiegelung. Einen Verkauf kann ich mit meinem Gewissen nicht vereinbaren. Ich hoffe bis zuletzt, dass dieses Betonprojekt doch noch verhindert werden kann.”

Das Klimacamp startet am Sonntag, 4. Juni 2023 um 15.30 Uhr mit einer Radtour vom Hauptplatz Wiener Neustadt nach Lichtenwörth und endet am 11. Juni 2023. Das detaillierte Programm gibt es auf klimacamp.at.

Cookie Consent mit Real Cookie Banner