Startseite Umwelt Bodenversiegelung “Goldener Presslufthammer” für verwaiste Parkplatzfläche in Wiener Neustadt

„Goldener Presslufthammer“ für verwaiste Parkplatzfläche in Wiener Neustadt

Greenpeace präsentiert Gewinner von „Österreichs 9 Betonschätze”

Parkplatz in Wiener Neustadt3 / Foto: Greenpeace
Diese Parkfläche im Westen Wiener Neustadts ist der "Landessieger"Foto: Greenpeace

Mit öffentlicher Abstimmung und Jurybewertung wurden die grauesten Betonwüsten ermittelt – Greenpeace fordert Begrünungsoffensive von Bund, Ländern und Gemeinden.

Im Rahmen einer Pressekonferenz und Ausstellung präsentiert Greenpeace heute die neun Gewinner der Initiative „Österreichs 9 Betonschätze – Raus aus Grau!” in der Kunsthalle Exnergasse (kex) im WUK. Dabei wurde ein goldener Presslufthammer für die – nun offiziell – grauesten Plätze Österreichs verliehen, als Appell die Plätze zu entsiegeln und zu begrünen.

400 Plätze in ganz Österreich nominiert

Die Gewinner von “Österreichs 9 Betonschätze” im Überblick:

  • Niederösterreich: Selten genutzte Parkplatzfläche in Wiener Neustadt
  • Wien: Areal Neu Marx
  • Burgenland: EKO Oberwart
  • Kärnten: Parkplatz von Hofer in Villach
  • Oberösterreich: Urfahraner Marktgelände in Linz
  • Salzburg: Kapitelplatz in Salzburg
  • Steiermark: Parkplatz Shopping City Seiersberg
  • Tirol: Parkplatz Ski-Optimal im Hochzillertal
  • Vorarlberg: Symphonikerplatz in Bregenz

Über mehrere Wochen konnten Menschen in ganz Österreich die grauesten Betonwüsten als “Betonschatz” nominieren. Über 400 Plätze im ganzen Land wurden eingereicht. Die finalen Gewinner wurden zur Hälfte durch die Bewertung der Fachjury und zur anderen Hälfte durch eine öffentliche Abstimmung ermittelt. Über 22.400 mal wurde über die “Betonschätze” abgestimmt. Die Umweltschutzorganisation wird die Betonschatz-Trophäen an die Verantwortlichen der jeweiligen Gewinnerplätze übergeben und Gespräche über mögliche Begrünungsmaßnahmen führen.

Menschen wünschen sich mehr Grün

Greenpeace-Bodenschutzexpertin Melanie Ebner sagt: „Mit Österreichs 9 Betonschätzen zeigen wir auf, wo genau sich Menschen in Österreich mehr Grün wünschen. Grünere Innenstädte bieten nicht nur tierischen Stadtbewohnern notwendige Schutz- und Nahrungsräume. Auch wir Menschen profitieren von schattenspendenden Bäumen und blühenden Wildblumen. Die grauen Gewinnerplätze zeigen deutlich: Hier braucht es dringend mehr Bäume, Sträucher und Blühwiesen. So bringen wir Österreich raus aus Grau!”

Angelika Psenner, Professorin für Stadtstrukturforschung an der Technischen Universität Wien: “Nicht jeder versiegelte Platz ist per se ein Problem. Denn in Städten und Orten brauchen wir Plätze, an denen wir uns versammeln können und die Raum bieten für öffentliche Veranstaltungen, Märkte, für Spiel und Bewegung. Aber die autozentrierte Stadt- und Raumplanung des 20. Jahrhunderts kostet uns viel wertvollen Boden. Leider trotzt die politische Haltung aktuellen fachlichen Erkenntnissen. Denn noch immer wird wertvoller Boden einer technisch überholten (motorisierter Individualverkehr) und unwirtschaftlichen (meist nur temporär) Spezialnutzung vorbehalten. Die Gestaltung dieser Plätze gilt es dringend zu überdenken.”

„Bereits bebaute Flächen nutzen“

Daniel Fügenschuh, Präsident der Bundeskammer der Ziviltechniker:innen: “Der grassierende Bodenverbrauch gefährdet unsere Lebensmittelversorgung und verschärft Hitzeinseln und Hochwasserrisiken. Wir Ziviltechniker:innen sagen daher: Österreich ist fertig bebaut! Anstatt mehr Boden zu verbrauchen, sollten wir bereits bebaute Flächen nutzen. Wir wissen, dass wir mit kreativen Lösungen im Gebäudebestand qualitätsvolle Räume schaffen können. Vor allem unsere teils leerstehenden Ortskerne müssen wiederbelebt werden.”

Greenpeace fordert die Bundesregierung auf, endlich den im Regierungsprogramm angekündigten Zielpfad zur Reduktion des Bodenverbrauchs festzulegen. Dieser muss verbindliche, quantitative Grenzwerte enthalten, um den Bodenverbrauch einzudämmen. Außerdem braucht es eine bundesweite Entsiegelungs- und Begrünungsoffensive, um versiegelten öffentlichen Raum klimaangepasst und somit auch in Zeiten der Klimakrise lebenswert zu gestalten.

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