Startseite Regional Charity „Neunkirchen hilft“ – 10 Jahre Hilfe mit Respekt und Wertschätzung

„Neunkirchen hilft“ – 10 Jahre Hilfe mit Respekt und Wertschätzung

Initiative für geflüchtete Menschen feiert Jubiläum

Neunkirchen hilft / Foto: Stadtgemeinde Neunkirchen
Vizebürgermeister a.D. Martin Fasan, Maria Benda-Fürtinger, Mohamad Yar Gholami, Bürgermeister Peter Teix, Erika und Gerhard GrundtnerFoto: Stadtgemeinde Neunkirchen

Freiwillige HelferInnen aus Neunkirchen und Umgebung koordinieren und unterstützen Hilfsmaßnahmen für geflüchtete Menschen, die nach Neunkirchen gekommen sind.

„Ich bin in eine neue Kultur, in eine neue Stadt gekommen und kannte keinen Menschen“. Mohamad Yar Gholami flüchtete 2015 aus Afghanistan nach Österreich, 2016 kam er nach Neunkirchen. 2016 wurde er von den Freiwilligen von „Neunkirchen hilft“ aufgenommen, betreut, in der deutschen Sprache unterrichtet. Heute lebt und arbeitet er in Neunkirchen, hat eine Ausbildung zum Installateur gemacht. Und jetzt hilft er selbst immer wieder – im Sachspendenlager oder auch auf der Neunkirchner Hütte auf der Flatzer Wand. „Ich wurde vom Hilfesuchenden zum Helfer, jetzt bin ich da, um weiter zu helfen.“

Vom Fahrrad bis zum Wohnraum

Auch M. landete nach ihrer Flucht vom Iran 2017 in Neunkirchen. „Hier habe ich die Menschenwürde und die Freiheit kennengelernt. Ich konnte mit dem Fahrrad, das man mir bei ,Neunkirchen hilft‘ gegeben hat, auf der Straße Fahrrad fahren.“ Auch sie lernte mit Hilfe der Initiative Deutsch, arbeitet in der Region als ausgebildete Kinderbetreuerin und hilft eifrig im Sachspendenlager von ,Neunkirchen hilft‘.

In 10 Jahren hat die Initiative „Neunkirchen hilft“, vielen Menschen mit Mohamad und M. geholfen, sich in Österreich zurecht zu finden und erfolgreich zu integrieren, mit zahlreichen Maßnahmen und vielen Freiwilligen. „Was ,Neunkirchen hilft‘ vor allem zeigt, das ist der Zusammenhalt in Neunkirchen“, ist Bürgermeister Mag. (FH) Peter Teix zum Jubiläum stolz auf alle Beteiligten.

Die Anfänge im Jahr 2015

Wie kam es zur Gründung? Als sich Europa im Jahr 2015 der großen Flüchtlingswelle gegenübersah, wurde auch in Neunkirchen das Thema Integration stark präsent. Eine Gruppe engagierter Personen aus Neunkirchen und Umgebung war rasch bereit, Hilfestellung zu gewähren. Um diese Hilfsmaßnahmen zu koordinieren, wurde im November 2015 die Initiative „Neunkirchen hilft“ von Andreas Liezer, Dagmar Urban, Michaela Ludwig, Renate Rasinger, dem damaligen Vizebürgermeister Mag. Martin Fasan und dem Roten Kreuz gegründet. „Als Gemeinde haben wir gesehen, was sich da mit einer engagierten Gruppe der Zivilgesellschaft entwickelt hat und wir sind auch alle dahintergestanden“, erinnert sich Fasan an die Anfänge zurück.

Zu Beginn wurde gemeinsam mit der Stadtgemeinde Neunkirchen Wohnraum und Beschäftigungsmöglichkeiten, wie z.B. bei Garten- und Friedhofsarbeiten für die Geflüchteten organisiert.

Deutschkurse und Sachspenden

Mit 15 bis 20 Freiwilligen war bereits im Herbst 2015 begonnen worden, knapp 100 AsylwerberInnen zu unterstützen: Es wurden pro Woche acht Deutschkurse angeboten. „Es gab keine staatlichen Kurse, vor allem für Asylwerber“, erklärt Gerhard Grundtner dieses Hilfsangebot. Bis zum coronabedingten Lockdown im Jahr 2020 wurden drei Kurse pro Woche abgehalten. Mit Kriegsausbruch in der Ukraine im Februar 2022 sprang die Initiative erneut mit Deutschkursen, vor allem für Frauen, ein. Bis zu 34 Ehrenamtliche engagierten sich bei der Unterstützung des Spracherwerbs. Aktuell ist der Bedarf nicht vorhanden, so ist es derzeit nicht nötig, Kurse anzubieten.

Das Engagement reicht aber weit über die Deutschkurse hinaus. Im Sachspendenlager in der Fabriksgasse werden wöchentlich an 30 bis 50 Personen Sachgüter ausgegeben – von Bekleidung über Spielzeug bis hin zu Elektrogeräten. Das Lager wird mit Spenden bestückt. Rund um Maria Benda-Fürtinger gibt das kleine Team nicht nur Sachspenden sondern auch nette Worte und gute Tipps aus. „Wir sind auch ein Treffpunkt und soziale Beratung und diese Mischung macht Spaß“, so Benda-Fürtinger. Mittlerweile geht es auch weit über die Flüchtlingshilfe hinaus – auch sozial Schwache finden hier Unterstützung.

Seit September 2017 wird zudem in der Mittelschule Nachhhilfeunterricht für 10- bis 14-jährige SchülerInnen geleistet. Zwischen 10 und 15 SchülerInnen werden von ehrenamtlichen LehrerInnen in den Gegenständen Deutsch, Mathematik und Englisch bei Hausübungen und der Vorbereitung auf Schularbeiten betreut. „Wir unterstützen die Kinder, die immer noch sprachliche Probleme haben. Und die Kinder sind sehr, sehr dankbar dafür“, so Erika Grundtner. Sie und ihr Team sind in Absprache mit der Direktion der Medienmittelschule einmal wöchentlich vor Ort.

In den vergangenen 10 Jahren wurden zusätzliche Feste und Veranstaltungen mit der Stadtgemeinde Neunkirchen organisiert sowie in vielen Bereichen Unterstützung gewährt – von unbürokratischer Hilfe bei Amtswegen bis zu Kooperationen mit anderen Einrichtungen.

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