Die Zukunft der Rettungs- und Notfallversorgung in Niederösterreich stand heute, Mittwoch, im Mittelpunkt eines Pressegesprächs über die künftige Neuausrichtung sowie finanzielle Absicherung der niederösterreichischen Rettungslandschaft.
Landesrätin Prischl betonte, dass die letzten Wochen und Monate von sehr intensiven Verhandlungen geprägt gewesen seien. Im Zentrum stand dabei die Sicherstellung des Rettungs- und Notarztsystems in Niederösterreich. Erstens sei die Finanzierung des Gesamtvertrages im Rettungsdienst sicherzustellen gewesen und zweitens gemäß Empfehlungen des Gesundheitspaktes 2040+ die Neuausrichtung des Rettungs- und Notfallsystems in Umsetzung zu bringen, meinte die Landesrätin. „Im Zusammenhang mit dem Rettungsdienstvertrag liegt nun nach intensiven Verhandlungen ein Ergebnis vor, das nicht nur die Vergangenheit und Gegenwart im Blick hat, sondern insbesondere auch die Zukunft“, betonte Prischl. Die Rettungsorganisationen erhalten für erbrachte Leistungen der Jahre 2022 bis 2025 rund 70 Millionen Euro zusätzlich. Zudem seien ein Gemeindeunterstützungspaket ausverhandelt und die Zusicherung getroffen worden, sich weiter umfassend über Verbesserungspotenziale und nachhaltige Reformschritte zu unterhalten, zeigte sich Prischl über die Einigung erfreut.
Diese NEF werden geschlossen
In Hinblick auf die durch die Abgeordneten im Landtag mit großer Mehrheit beschlossene Neugestaltung der niederösterreichischen Rettungs- und Notfallstruktur wies die Landesrätin darauf hin, dass die Anzahl der 21 Stützpunkte der Notarzteinsatzfahrzeuge (NEF) festgeschrieben gewesen sei. Von aktuell 32 NEF-Stützpunkten sollen elf Standorte umstrukturiert werden. Konkret betrifft das die Standorte Aspang, Groß Enzersdorf, Groß Gerungs, Hainburg, Klosterneuburg, Pöggstall, Purkersdorf, Raabs/Thaya, Retz, Waidhofen/Ybbs und Ybbs Persenbeug.
Hier sollen zukünftig Notfallrettungen tätig sein, die mit hochqualifizierten Notfallsanitätern betrieben werden, heißt es in einer Aussendung.
Umsetzung bis April 2027
Die Landesrätin habe daher Experten damit beauftragt, eine entsprechende Standortliste mit allen Stützpunkten des Landes zu erstellen, um eine zukunftsfähige Versorgungsstruktur zu errichten, die medizinische Qualität, Effizienz und Erreichbarkeit sinnvoll vereine. Diese Stützpunkte werden ab April 2027 das neue krankenhausbasierte Notarztsystem bodengebunden tragen. Die Standorte seien auch mit allen Regierungsparteien abgestimmt worden. „Notarzteinsatzfahrzeuge werden dann in Amstetten, Baden, Gänserndorf, Gmünd, Hollabrunn, Horn, Korneuburg, Krems, Lilienfeld, Melk, Mistelbach, Mödling, Neulengbach, Neunkirchen, Schwechat, Sankt Pölten, Scheibbs, Tulln, Waidhofen/Thaya, Wiener Neustadt und Zwettl stationiert sein. Die restlichen Standorte werden umstrukturiert und zukunftsfit ausgerichtet“, gab sie bekannt und fügte hinzu, dass „die im Gesundheitspakt festgelegten flankierenden Maßnahmen zuvor umgesetzt sein müssen. Erst wenn die Voraussetzungen geschaffen sind, wird es zu Veränderungen in den Regionen kommen.“
Zahlreiche Maßnahmen
Die im Gesundheitsplan 2040+ festgelegten Empfehlungen für eine schnelle und vollkommene Rettungskette der Zukunft wurden mit den Rettungsorganisationen besprochen und sollen bis zum Frühjahr 2027 in Umsetzung sein. Diese sind ein wohnortnahes First-Responder-System für lebensrettende Sofortmaßnahmen bei lebensbedrohlichen Notfällen in den Gemeinden, die Standorterweiterung der Acute Community Nurses zur Schnittstellenbetreuung zwischen Primärversorgung und Notfallmedizin, der Ausbau auf insgesamt 86 Rettungswagenstützpunkte (RTW-C) mit hochqualifizierten Notfallsanitätern, die Ausweitung der Flugrettung an den Hubschrauberstützpunkten im Land durch 24/7 Betrieb, Nacht- und Schlechtwettertauglichkeit sowie die Erweiterung des Intensiv-Transport-Hubschraubers und die Erweiterung der telemedizinischen Unterstützung nicht-ärztlich besetzter Einsatzmittel durch Telenotfallmediziner. „Mit dieser Weiterentwicklung schützen wir das Gesundheitssystem vor Überlastung und gewährleisten gemeinsam, dass die Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher auch in Zukunft bestmöglich versorgt werden“, ist die Landesrätin überzeugt.
NÖGUS-Vorsitzender, Landesrat Martin Antauer unterstrich: „Veränderung macht vielen Menschen Sorge. Das ist verständlich, besonders dann, wenn es um die Gesundheit geht. Jeder Niederösterreicher und jede Niederösterreicherin muss im Ernstfall die beste Hilfe bekommen – kompetent, zuverlässig und rasch. Es darf keinen Unterschied machen, ob jemand in der Stadt lebt oder am Land beheimatet ist. Jeder hat überall und jederzeit das Recht auf eine optimale Versorgung. Der Mensch steht im Mittelpunkt, nicht das System oder die Statistik. Wenn es um Leben und Gesundheit geht, gibt es keine Kompromisse. Darum braucht es jetzt mutige Schritte und Klarheit. Der NÖGUS begleitet die notwendige Umstrukturierung des Rettungswesens, damit unsere Gesundheitsversorgung auch in Zukunft sicher und verlässlich bleibt.“












