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Die Grünen Katzelsdorf fordern Volksbefragung zu AGM-Bauprojekt

Groß dimensioniertes Wohnbauprojekt wirft viele Fragen auf

Wohnbauprojekt AGM / Foto: Die Grünen Katzelsdor
Ortsgruppen- und Klubsprecher Dominic Urban, Gemeinderat Daniel Deutschl, Gemeinderätin Sigrid MurschenhoferFoto: Die Grünen Katzelsdor

In der Gemeinderatssitzung vom 17. Juni 2025 haben ÖVP und SPÖ einen Grundsatzbeschluss zur Änderung des örtlichen Raumordnungsplans gefasst. Damit soll das ehemalige AGM-Gelände in der Bahnstraße für eine groß angelegte Wohnhausanlage vorbereitet werden.

Geplant sind rund 240 Wohnungen – ein Wachstum von bis zu 600 neuen Einwohnerinnen und Einwohnern in kürzester Zeit. Die Grünen Katzelsdorf haben als einzige Fraktion gegen diesen Beschluss gestimmt.

„Alles passiert hinter verschlossenen Türen.“

Bürgermeister Michael Nistl hat bereits 2018 zu seinem Amtsantritt betont, er wolle eine ‚Bürgerbeteiligungs-Card‘ einführen. Damals sagte er wörtlich: „Überall wo es größere Konflikte oder Spannungen geben könnte, sehe ich das als durchaus sinnvoll, wenn man die Bevölkerung befragt.“ „Genau das ist hier der Fall“, betont Dominic Urban, Klubsprecher der Grünen Katzelsdorf. „Wir fordern den Bürgermeister daher auf, sein Wort zu halten und unverzüglich eine Volksbefragung zu diesem Großprojekt einzuleiten.

Dominic Urban kritisiert weiter: „Der Bürgermeister hat nie den Dialog mit den betroffenen Anrainern und Anrainerinnen gesucht und die Bevölkerung auch nicht über das Projekt informiert. Alles passiert hinter verschlossenen Türen.“

Online-Petition gestartet

Viele Anrainerinnen und Anrainer leisten seit Wochen Widerstand gegen die geplante Verbauung. Dafür haben sie eine Online-Plattform eingerichtet. Dort finden sich Details zum Projekt sowie Hinweise, wie die laufende Bürger-Petition unterstützt werden kann. Diese fordert den sofortigen Stopp des Vorhabens und verweist auf Hochwassergefahr, Verkehrsbelastung und fehlende Infrastruktur. Aktuell über 350 Unterschriften zeigen: die Katzelsdorfer verlangen eine offene Diskussion.

Hochwasser, Verkehr, fehlende Transparenz

Gründe für die Ablehnung durch die Grünen Katzelsdorf:

  • Infrastruktur überlastet: Straßen, Kanal, Wasserversorgung und Fernwärme müssten erst teuer ausgebaut werden – zulasten anderer wichtiger Gemeindeaufgaben.
  • Hochwassergefahr: Das Areal liegt in einer HQ30-Zone, wo Neubauten laut NÖ-Raumordnungsgesetz untersagt sind. Teure Schutzmaßnahmen machen leistbaren Wohnraum unrealistisch.
  • Mehr Verkehr: Durch die geplante Anlage wären rund 800 zusätzliche Individual-Fahrten pro Tag zu erwarten – eine enorme Belastung für Katzelsdorf und angrenzende Gebiete in Wiener Neustadt.
  • Fehlende Transparenz: Bürgerinnen und Bürger wurden bisher nicht informiert.

„Es braucht leistbaren Wohnraum für junge Menschen und betreutes Wohnen für ältere Generationen. Aber dieser Standort ist falsch und die Dimension des Projekts völlig überzogen. Wohnbau muss ins Ortsbild passen und mit Maß und Ziel entwickelt werden“, so Dominic Urban abschließend.

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