Ein Ap­pell: Ver­zicht auf Berg­sport-Ak­ti­vi­tä­ten zu Os­tern

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Naturpark Hohe Wand / Foto: Schwoaze / Pixabay
Hohe WandFoto: Schwoaze / Pixabay

Die NÖ Lan­des­re­gie­rung ruft zu er­höh­ter Auf­merk­sam­keit auf

Bergrettungs-Landesleiter Cernusca: „Einsatz in Zeiten von Covid-19 bedeutet in den meisten Fällen nicht Folge leisten zu können“

Schönes Osterwetter lockt ins Freie

Aufgrund des schönen Osterwetters und des Dranges den eigenen vier Wänden zu entkommen, rechnen Alpinpolizei und der Österreichische Bergrettungsdienst wieder vermehrt mit Aktivitäten im unwegsamen und alpinen Gelände. Unfälle in diesem Gelände gehen meist mit schweren Verletzungen und längeren Spitalsaufenthalten einher, weshalb auch das Land Niederösterreich zu erhöhter Aufmerksamkeit aufruft.

Spitalsbetten und Ressourcen müssen in dieser kritischen Phase geschont werden. Zusätzlich sind bodengebundene Bergrettungseinsätze auch sehr mannschaftsintensiv. Entsprechend ergibt sich auch hier ein erhöhtes Infektionsrisiko, sowohl für die Verunfallten, als auch für die eingesetzte Rettungsmannschaft.

Gemeinde Hohe Wand appelliert an Vernunft

Gerade das Hochplateau des Naturparks Hohe Wand im südlichen NÖ erfreut sich größter Beliebtheit und gilt als ideales Ausflugsziel für Familien. Um einem Ansturm von Ausflüglern entgegenzuwirken, appelliert die Gemeinde Hohe Wand an die Vernunft der Menschen und rät von Freizeitaktivitäten und Ausflügen in der Region ab.

So heißt es auf der Facebook-Seite der Gemeinde: “Leider müssen wir immer noch beobachten, dass viele Besucher das schöne Wetter für Wander- und Klettertouren nutzen. Wie bereits von mehreren Verantwortlichen in den Medien erwähnt, bitten auch wir auf gefährliche Freizeitaktivitäten in dieser angespannten Phase zu verzichten – den Einsatzkräften zuliebe, welche im Notfall ausrücken müssen und bei ihren Einsätzen die erforderlichen Sicherheitsmaßnahmen nicht einhalten können…“

Screenshot Facebook

Aktuell sind sowohl sämtliche Gaststätten als auch der Naturpark Hohe Wand samt Spielplatz geschlossen – somit steht keine öffentliche Infrastruktur (wie WC-Anlagen) zur Verfügung.

Hohe Gefahr für Bergretter

„Ein Bergrettungseinsatz in Zeiten erhöhter Ansteckungsgefahr mit Covid-19 bedeutet für unsere Bergretterinnen und Bergretter in den meisten Fällen, den Corona-Richtlinien nicht Folge leisten zu können“, erklärt der Landesleiter der Bergrettung Niederösterreich/Wien, Matthias Cernusca. Das betrifft etwa die gemeinsamen Einsatzvorbesprechungen, die nicht mehr im Persönlichen geführt werden oder die Abstände, die bei der Patientenbetreuung sowie Seilbergungen im alpinen Gelände meist nicht einzuhalten sind.

Ausgangsbeschränkungen sind weiterhin aktiv

„Die Maßnahmen der Bundesregierung und Verordnungen der Landesregierungen haben Mithilfe der Bevölkerung sehr gute Ergebnisse der Verbreitungsreduzierung des Virus hervorgebracht. Die bestehenden Verkehrs- und Ausgangsbeschränkungen bleiben erhalten, so auch der Appell der Bergrettung auf gefährliche Alpintouren zu verzichten“, unterstreicht Stefan Hochstaffl, Präsident Österreichischer Bergrettungsdienst. Michael Hochgerner, Leiter der Alpinpolizei ergänzt: „Generell wird bei Outdooraktivitäten, speziell im alpinen Gelände, auf die Vernunft des Einzelnen appelliert, um das Verletzungsrisiko möglichst gering zu halten – dabei gilt es weiterhin, die Verhaltensmaßnahmen COVID-19 konsequent zu beachten und somit die Ansteckungsgefahr zu minimieren.

Coronavirus-Test / Foto: freepik

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