Zu hohe Zinsen sind kein Anreiz für Pünktlichkeit, sondern eine Strafsteuer auf Krisen, meint der Präsident des Sozialdemokratischen Wirtschaftsverbandes (SWV) NÖ in einer Aussendung.
„Wenn Selbstständige, die ohnehin in finanziellen Schwierigkeiten sind, eine Zahlung an die SVS, das Finanzamt oder die ÖGK nicht sofort leisten können, werden sie mit unverhältnismäßig hohen Verzugszinsen bestraft“, erklärt KommR Thomas Schaden, der Präsident des Sozialdemokratischen Wirtschaftsverbandes (SWV) NÖ. „Gerade kleine Betriebe und Einpersonenunternehmen, die ohnehin ums Überleben kämpfen, werden dadurch nur weiter in die Enge getrieben.“
Strafen für Krisen?
Ist man mit den Beiträgen zur Sozialversicherung für die Mitarbeiter:innen oder mit den eigenen SVS-Zahlungen im Verzug, müssen Unternehmer:innen 7,03 % Verzugszinsen zahlen. Umsatzsteuerzinsen beim Finanzamt liegen aktuell bei 3,53 %, Stundungszinsen sogar bei 6,03 %. „Niemand zahlt absichtlich zu spät. Wenn es passiert, steckt meistens eine Krise dahinter: Krankheit, Auftragsausfälle oder steigende Kosten. Diese Zinsen sind also kein Anreiz für Pünktlichkeit – sie sind eine Strafsteuer auf Krisen.“
Schaden fordert „Unterstützung statt Bestrafung“
„Es muss hier Unterstützung statt Bestrafung geben: Verzugszinsen ja, aber die müssen fair und ohne hohe Aufschläge sein. Außerdem brauchen wir für Selbstständige ein Recht auf Schuldnerberatung, wie es Privatpersonen auch haben. Denn wer arbeitet und Arbeitsplätze schafft, darf im Ernstfall nicht an den Rand gedrängt werden!“











