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Neues Krankenhaus am alten Leiner-Areal in Wiener Neustadt?

Grüne Wirtschaft präsentiert Alternative zu Wohnbau

Krankenhaus am Leiner-Areal / Foto: Grüne WN
Michael Diller, Gemeinderat und Klubsprecher der Grünen, Selina Prünster, Stadträtin und Parteiobfrau der Grünen Wiener Neustadt und August Lechner, Regionalsprecher der Grünen Wirtschaft Niederösterreich und Verfasser des offenen BriefesFoto: Grüne WN

Mit der Idee, das Krankenhaus nicht wie geplant an den Stadtrand zu bauen, sondern in der Innenstadt zu belassen, lässt die Grüne Wirtschaft Niederösterreich mit Regionalsprecher August Lechner aufhorchen.

“Wir sehen die vielen Vorteile, die ein Krankenhaus am alten Leiner-Areal bringen würde und unterstützen diese Idee.” So die grüne Stadträtin Selina Prünster. “Zu den vielen wirtschaftlichen Gründen, welche im offenen Brief August Lechners (siehe Artikelende) angeführt sind, sind auch noch die optimale Verkehrssituation mit dem nahegelegenen Bahnhof ins Treffen zu führen.” Meint Michael Diller, Gemeinderat der Grünen Wiener Neustadt.

Keine neue Versiegelung

Versiegelung zu vermeiden sei die oberste Prämisse. Das alte Leiner-Areal, als bereits versiegelte Fläche nähme keinen neuen Boden in Anspruch. “Würde, der Grund in der Civitas Nova, auf welchem das Krankenhaus jetzt geplant ist, unversiegelt bleiben, gäbe es auch keinen Konflikt mit dem Artenschutz und die Heimat der geschützten Ziesel wäre gesichert.” ist Prünster, die Stadträtin für Veterinär optimistisch.

Notwenig wäre ein Grundstückstausch zwischen altem Leiner-Areal und jetzigen Krankenhausareal. Wohnungen anstelle des Krankenhauses wären sicher ebenso attraktiv, so die Meinung der Grünen.

Innovativ oder Realitätsfern?

Der Grüne Regionalsprecher spricht in seinem Brief von einem “Wegfall eines […] Kundenstroms”, wenn das neue Klinikum am Stadtrand gebaut werden würde. Seiner Ansicht nach könnte ein innerstädtisches Krankenhaus nicht nur die Wirtschaft beleben, sondern sogar Impulse für den Tourismus schaffen.

Fraglich ist, ob die baulichen Voraussetzungen – im Detail der verfügbare Platz – für so ein Projekt gegeben sind. Lesen Sie auch: Der Weg zum neuen Landesklinikum Wiener Neustadt

Offener Brief von August Lechner

Sehr geehrte Frau LH Mikl-Leitner!
Sehr geehrter Herr BGM Schneeberger!

Ich wende mich heute nicht als Regionalsprecher der Grünen Wirtschaft NÖ an Sie, auch wenn die wirtschaftlichen Aspekte groß wiegen, sondern als engagierter Bürger der Stadt Wiener Neustadt. Ich möchte Ihnen im Folgenden die Bedeutung und die Vorteile eines innerstädtischen Krankenhauses näherbringen und Sie ermutigen, Ihre Entscheidung zum Bau des Landesklinikums am Stadtrand zu überdenken. Offensichtlich meint es das Schicksal mit unserer Stadt gut, denn genau jetzt, wo wir den Grundstein für einen Krankenhaus-Neubau legen, liegt am Stadtpark ein Grundstück brach und bietet zufällig genau jenen Platz, den es für ein neues, modernes Krankenhaus braucht. Natürlich müsste dafür ein Grundstückstausch zwischen Stadt und Eigentümer stattfinden, aber nach Abbruch des alten Krankenhausgebäudes stünde ein wunderbares weiteres innerstädtisches Grundstück zur Verfügung. Neue Bodenversiegelung wäre gleich null – ganz so, wie sich das die Stadtregierung wünscht.

Ich möchte Ihnen also folgenden Vorschlag präsentieren: Setzen Sie ein bauliches Denkmal und machen Sie den Bürgerinnen und Bürgern von Wiener Neustadt ein wunderbares Geschenk: ein modernes innerstädtisches Krankenhaus am Stadtpark.

Sie müssen wissen, als ich das erste Mal davon hörte, dass das Krankenhaus an den Stadtrand verlegt werden solle, bekam ich als Unternehmer in der Innenstadt ein mulmiges Gefühl – immerhin arbeiten in unserem Spital an die 2500 Menschen. Das bedeutet eine enorm hohe Zahl an Passanten, die sich allein durch ihren Arbeitsplatz in unserer Innenstadt tummeln und die Stadt beleben. Durch welche Maßnahmen soll der Wegfall eines derartigen Kundenstroms kompensiert werden?

Und damit komme ich zum wichtigsten Teil meiner Bitte an Sie: Bedenken Sie den wirtschaftlichen Nutzen eines innerstädtischen Krankenhauses. Ein solcher hat eine Vielzahl von positiven Auswirkungen auf die lokale Wirtschaft, die einfach nicht ignoriert werden dürfen.
Die Präsenz eines Krankenhauses im Stadtzentrum führt ganz automatisch zum Wachstum anderer Wirtschaftszweige. Das Vorhandensein eines modernen Krankenhauses führt dazu, dass sich andere Unternehmen, die mit dem Gesundheitswesen in Verbindung stehen, in der Nähe ansiedeln. Apotheken, medizinische Versorgungszentren, Labore und auch medizinische Ausrüstungsanbieter werden ihre Geschäfte in unmittelbarer Nähe des Krankenhauses eröffnen. Dies würde zu einer signifikant erhöhten wirtschaftlichen Aktivität in unserer Innenstadt führen.
Weiters würde der Einzelhandel und die Gastronomie enorm gestärkt werden. Ein Krankenhaus in unmittelbarer Nähe zum Stadtzentrum würde Patienten, Besucher und medizinisches Personal anziehen und der dadurch erhöhte Kundenstrom würde den Umsatz der ansässigen Betriebe stärken. Höherer Umsatz bedeutet mehr Betriebe und mehr Betriebe wiederum mehr Arbeitsplätze. Selbstverständlich wäre ein derartiger medizinischer Cluster auch am Stadtrand möglich, und höchstwahrscheinlich würde er sich auch bilden. Er steht jedoch in direkter Konkurrenz mit der Innenstadt und entzieht dieser die so wertvollen Kundenströme.

Zu guter Letzt möchte ich Ihnen noch darlegen, warum der Standort eines Krankenhauses neben dem Stadtpark ein Gewinn für die gesamte Stadt wäre und welch Freude Sie uns damit machen würden:

Erstens würde die Nähe des Krankenhauses zum Stadtpark eine verbesserte Lebensqualität für die Bürgerinnen und Bürger bedeuten. Der Stadtpark ist schon heute ein beliebter Ort der Erholung und Freizeitgestaltung, den Menschen aller Altersgruppen nutzen. Durch die Platzierung des Krankenhauses in der Nähe des Parks hätten Patienten, Besucher und medizinisches Personal die Möglichkeit, in einer natürlichen Umgebung zu verweilen und sich von der heilenden Kraft der Natur inspirieren zu lassen. Dies könnte sich positiv auf den Genesungsprozess auswirken und zu einer ganzheitlichen Behandlung beitragen.

Zweitens würde ein Krankenhaus neben dem Stadtpark eine engere Verbindung zwischen Gesundheit und Umwelt schaffen. Darüber hinaus könnten im Rahmen des Krankenhausprojekts ökologische Initiativen umgesetzt werden, wie beispielsweise nachhaltige Bau- und Energiekonzepte, um die Umweltbelastung zu minimieren. Dies würde zeigen, dass unsere Stadt einen verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen und Umweltschutz fördert. Ein Krankenhaus neben dem Stadtpark hätte unumstritten einen positiven Einfluss auf den Tourismus und die lokale Wirtschaft. Touristen, die unsere Stadt besuchen, könnten die Kombination aus einem erstklassigen Krankenhaus und einem malerischen Stadtpark als einzigartiges Merkmal betrachten. Dies würde die Attraktivität unserer Stadt steigern und den Tourismussektor ankurbeln. Zusätzlich könnten sich in der Nähe des Krankenhauses weitere Hotels, Restaurants und andere touristische Einrichtungen ansiedeln, um den Bedürfnissen der Besucher gerecht zu werden.

Und um es nicht unerwähnt zu lassen: Ein Krankenhaus neben dem Stadtpark würde die Förderung einer gesundheitsbewussten Gemeinschaft enorm steigern. Allein die Anwesenheit eines medizinischen Zentrums in der Nähe des Parks würde bereits die Gesundheitsversorgung und -prävention in den Vordergrund rücken. Durch die Ausrichtung von Informationsveranstaltungen, Fitnessprogrammen oder Gesundheitskampagnen im Park könnten die Bürgerinnen und Bürger dazu ermutigt werden, ihre eigene Gesundheit zu fördern und aktiv zu bleiben. Dies würde zu einer stärkeren Gemeinschaftsbindung führen und das Bewusstsein für gesunde Lebensweisen erhöhen.

Ich lade Sie also dazu ein, das aktuelle Projekt nochmals zu überdenken und gemeinsam mit uns, den Bürgerinnen und Bürgern dieser wunderbaren Stadt, eine lebendige Innenstadt zur Freude aller zu entwickeln.

Mit besten Grüßen

AUGUST LECHNER
Regionalsprecher
GRÜNE WIRTSCHAFT NIEDERÖSTERREICH

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