Lo­kal­au­gen­schein: Struk­tur­män­gel bei Wie­ner Neu­städ­ter Ge­mein­de­bau­ten

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Schnedlitz-Gemeindewohnungen-Wiener-Neustadt / Foto: Wiener Neustadt/Weller
Bürgermeister-Stellvertreter Stadtrat Michael Schnedlitz skizziert in einem nicht mehr bewohnbaren Gemeindebau die finanzielle und strukturelle Situation der GemeindewohnungenFoto: Wiener Neustadt/Weller

„Bau­stel­le Ge­mein­de­woh­nun­gen“ – Mi­cha­el Schned­lit­z ­rech­net mit­ Amts­vor­gän­gern ab

Bürgermeister-Stellvertreter Stadtrat Michael Schnedlitz präsentierte im Rahmen eines Lokalaugenscheins in der Gymelsdorfer Gasse eine finanzielle wie strukturelle Bestandsaufnahme bei den Wiener Neustädter Gemeindewohnungen.

Ertrag aus Verkäufen wurde nicht reinvestiert

Die finanzielle Bestandsaufnahme hat ergeben, dass die 2007 (der Zeitpunkt der Ausgliederung der Gemeindewohnungen an die ifp GmbH) angehäuften 120 Millionen Euro Schulden keinen weiteren Handlungspielraum mehr zulassen. Das Portfolio der Gemeindewohnungen muss optimiert werden. In der Vergangenheit wurden 17 gemeindeeigene Objekte veräußert, der Ertrag jedoch nicht in die Revitalisierung und Erhaltung anderer Objekte investiert.

Finanzielle und strukturelle Mängel

„Das Tafelsilber unserer Stadt wurde weder poliert noch gepflegt“, so Schnedlitz, der auch Aufsichtsratsvorsitzender der Tochtergesellschaft ifp Wiener Neustadt GmbH ist, mit Blick auf die Situation in den Gemeindebauten. Und weiter: „Nach der Sanierung der Stadtfinanzen sind die Gemeindewohnungen die letzte große Baustelle, die wir übernommen haben und nun abarbeiten. Auch wenn ich persönlich die momentanen Zustände nur von meinen Amtsvorgängern übernommen habe, biete ich Hilfe, Lösungen und Unterstützung an. Das ist mein Grundverständnis von Politik.“

„Schnedlitz Umsetzungs- und Sicherungsplan“

Der Plan sieht die Sanierung der ifp GmbH vor und den Verkauf von 8 völlig desolaten Objekten, um neue Wohnungen zu finanzieren und Strukturmängel zu beseitigen. Die Objekte, die aufgrund des hohen Reparaturrückstaus (im zweistelligen Millionenbereich) nicht gehalten werden können, sind: Anna Rieger-Gasse 4, Grazer Straße 47 , Ungargasse 9, Schlögelgasse 10 , Julia Rauscha-Gasse 7, Am Kanal 5, Grünangergasse 5 + 7, Stadlgasse 7, 9 und 11.  Dazu kommen 3 nicht bewohnbare Abrissobjekte.

Die betroffenen Mieterinnen und Mieter werden derzeit in persönlichen Gesprächen über die Situation informiert. Sie haben gemäß des „Sicherungsplans“ folgende Möglichkeiten:

  • Sie bleiben auch beim neuen Eigentümer in ihrer alten Wohnung.
  • Sie erwerben das Objekt selbst.
  • Sie bleiben weiterhin Gemeindebau-Mieter und können unter den 150 neuen Wohnungen wählen. In diesem Fall erhalten sie Unterstützungen beim Umzug bzw. auch weitere individuell notwendige Hilfeleistungen.

Interessenten gesucht

Die Suche nach Interessenten für die 8 Objekte startet ab sofort – komplett offen und transparent. Die Vergabe erfolgt nach dem besten Preis und dem besten Konzept für die Entwicklung der Objekte. Der Erlös aus dieser Umstrukturierung wird wieder re-investiert, wodurch 150 neue Wohnungen entstehen werden und die Stadt damit insgesamt über 2.300 Gemeindewohnungen verfügen wird.