Lan­des­kli­ni­kum: Pa­ti­en­ten­ver­sor­gung in der Au­gen­ab­tei­lung ge­fähr­det?

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Landesklinikum Haus B / Foto: Anton-kurt - Eigenes Werk (CC BY-SA 3.0)
Foto: Anton-kurt - Eigenes Werk (CC BY-SA 3.0)

Wie­ner Neu­stadt: Vi­ze­bür­ger­meis­te­rin Mar­ga­re­te Sitz sieht Hand­lungs­be­darf

Die NÖN hat berichtet, fünf Augenfachärzte verlassen das Landesklinikum. Eine so hohe Personalfluktuation lässt aufhorchen.

Die Recherche ergab, dass seitens der Landesklinikholding die Verträge der Ärzte nicht verlängert werden, und sie die Augenabteilung verlassen müssen.

Verträge werden nicht verlängert

„Diese Vorgehensweise hat für die Versorgung der Wiener Neustädter Bevölkerung aber schwerwiegende Folgen. Bis zum Jahresende verliert die Augenabteilung also 5 Dienstposten an gut ausgebildeten und erfahrenen Ärzten. Die Abteilung für Augenheilkunde versorgt die gesamte Bevölkerung der Thermenregion, sowie des nördlichen Burgenlandes. Auch die Dependance der Augenabteilung in Mödling wird mit den Wiener Neustädter Augenärzten besetzt. Wer jemals Patient in der Abteilung war, dem ist bekannt, dass die Ambulanzen täglich übervoll sind und die Wartezeiten auf eine Graue Star Operation sechs Monate betragen. Noch prekärer ist die Wartezeit bei der Therapie einer Makuladegeneration. Hier sollte die medizinische Therapie spätestens nach 14 Tagen beginnen um eine Sehverschlechterung bzw. Erblindung abfangen zu können. Auch hier beträgt die Wartezeit auf eine Behandlung sieben Wochen.“, erklärt Margarete Sitz (SPÖ) in einer Aussendung.

Lange Wartezeiten in der Region

„Schon derzeit können nicht alle Patienten mit einer Netzhautablösung behandelt werden, und werden teilweise in Wiener Kliniken geschickt. Ab 2023 stehen Pensionierungen an. Im Klinikum und in den Bezirken Neunkirchen und Wiener Neustadt werden einige Augenfachärzte in den Ruhestand treten. Diese Umstände lassen die Region in einen Augenärztenotstand schlittern, der künstlich hervorgerufen wird. Das Argument, dann wird ein Facharzt eingestellt, gilt nicht, denn es gäbe für einen Notfall derzeit keine einzige vorliegende Bewerbung.“

Sitz fordert Erkärungen

„Die Menschen sind auf eine gute medizinische Versorgung angewiesen und müssen darauf vertrauen können. Nicht jeder hat ein gutes Netzwerk und kann sich auf einflussreiche Personen berufen, um einen raschen Termin zu bekommen. Ich fordere die Verantwortlichen auf ihre Entscheidung im Sinne einer sicheren Patientenversorgung rückgängig zu machen oder der Bevölkerung plausibel zu erklären wo man sich bei überlangen Wartezeiten hinwenden kann, ohne beim Wahlarzt zahlen zu müssen oder eine Tagesreise auf sich zu nehmen.“, so Sitz abschließend.

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