Am 9. August ist österreichweiter Equal Pension Day. Dieser Tag macht auf eine alarmierende Realität aufmerksam: Bis zu diesem Datum haben Männer statistisch bereits so viel Pension erhalten, wie Frauen erst bis zum Jahresende bekommen werden.
Österreichweit beträgt die Pensionslücke zwischen Frauen und Männern nach wie vor 39,4 Prozent – ein Wert, der sich in den vergangenen Jahren nur langsam verbessert hat. Bei aktuellem Tempo wird die Lücke erst 2121, also in 95 Jahren geschlossen sein. In Niederösterreich fällt der Equal Pension Day heuer auf den 8. August. Das heißt einen Tag früher als im Österreichdurchschnitt. Das bedeutet, dass in Niederösterreich Frauen im Durchschnitt 40 Prozent weniger Pension erhalten als Männer.
Frauen zahlen den Preis für ein ungerechtes System
Die Pensionslücke entsteht nicht erst im Alter. Sie ist das Ergebnis von schlechter bezahlter Arbeit, unfreiwilliger Teilzeit und der ungleichen Verteilung von Sorgearbeit. Und gerade jetzt, quasi pünktlich zum Equal-Pension-Day, lässt Bundeskanzler Stocker uns wissen, dass seiner Ansicht nach Kinderbetreuung gar keine Arbeit sei. Eine Verhöhnung aller Eltern, besonders alleinerziehender Mütter. Seltsamerweise kostet Kinderbetreuung nämlich Geld, wenn sie nicht von den Eltern oder Großeltern gemacht wird.
„Die niedrigen Pensionen vieler Frauen sind kein individuelles Versagen, sondern die Folge politischer Entscheidungen. Solange Frauen den Großteil der unbezahlten Betreuungsarbeit übernehmen, häufiger in Teilzeit arbeiten müssen und in schlechter bezahlten Berufen beschäftigt sind, setzt sich diese Ungleichheit bis in die Pension fort“, erklärt KPÖ-Niederösterreich-Frauensprecherin und Elemtentarpädagogin Nina Aigner und fügt hinzu: „Die jüngste Aussage von Bundeskanzler Stocker beweist ja wieder, welcher Stellenwert der Kinderbetreuung in Teilen der etablierten Politik zugemessen wird. In seinen Augen ist Kinderbetreuung ja gar keine Arbeit. Das stößt mir als Mutter und Elementarpädagogin sauer auf.“
Höhere Löhne, gute Pensionen
Die KPÖ Niederösterreich fordert daher Maßnahmen, die die Ursachen der Pensionslücke bekämpfen: höhere Löhne insbesondere in Berufen, die mehrheitlich von Frauen ausgeübt werden, gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit, einen flächendeckenden Ausbau kostenloser und guter Kinderbetreuung und von Pflegeangeboten, bessere und längere Anrechnung von Kindererziehungszeiten zur Pension statt der aktuellen 4 Jahre, bessere Verteilung der Sorgearbeit, sowie eine Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohn- und Personalausgleich .
„Wer sein Leben lang arbeitet – ob im Beruf oder in der Sorgearbeit – muss im Alter gut leben können. Frauen dürfen nicht länger mit Altersarmut dafür bestraft werden, dass sie gesellschaftlich unverzichtbare Arbeit leisten.“, so Landessprecher Max Zirngast.

















