Startseite Politik Boulevard Grazer Straße Boulevard Grazer Straße: Testphase ohne veröffentlichte Kriterien?

Boulevard Grazer Straße: Testphase ohne veröffentlichte Kriterien?

Wiener Neustadt: Kritik der Grünen an geplanter Testphase

Grazer Straße / Foto: Klara Bleier
Die Grazer Straße soll zum Boulevard werden.Foto: Klara Bleier

Die Umgestaltung der Grazer Straße zu einem Boulevard war bereits im Wahlkampf von der ÖVP im Zusammenhang mit der Fertigstellung der Ostumfahrung angekündigt worden. Dabei wurde berichtet, dass – aufbauend auf den bereits 2024 präsentierten Ideen und Renderings – eine Detailplanung beauftragt werden soll.

Vorgelagerte Prüfphase

Diese Planung dient jedoch nicht unmittelbar der baulichen Umsetzung, sondern vielmehr einer vorgelagerten Prüfphase. In dieser Phase sollen zentrale Parameter wie Fahrbahnverengungen, Markierungen, Ampelschaltungen und weitere verkehrsorganisatorische Maßnahmen im realen Umfeld getestet werden, bevor umfassende Investitionen getätigt werden. Dieser Schritt ist für den gesamten Planungsbereich, also vom Auge Gottes bis zum Wasserturm, geplant.

Die Grünen Wiener Neustadt üben scharfe Kritik an der geplanten Testphase zur Umgestaltung der Grazer Straße – und sprechen von einem teuren Experiment ohne Regeln. „Die zentrale Frage ist einfach: Würde jemand zur Matura antreten, wenn von vornherein klar ist, dass nicht die eigene Leistung zählt, sondern die Willkür der Bewertung? Genau so stellt sich für die Grünen die aktuelle Vorgehensweise dar“, heißt es in einer Aussendung der Grünen. „Nach einem Arbeitsgespräch mit Stadtrat Dinhobl bleibt völlig offen, wie es konkret und fachlich weitergehen wird. Es wurde berichtet, dass aufbauend auf den bereits 2024 präsentierten Entwurf eine Detailplanung beauftragt werden soll. Diese Planung dient jedoch nicht unmittelbar der baulichen Umsetzung, sondern vielmehr einer vorgelagerten Prüfphase.“

Grüne: Testphase wird zur „Blackbox“

„Berichtet wurde, dass zunächst eine Testphase im aktuellen baulichen und verkehrlichen Zustand – mit Maßnahmen wie Fahrbahnverengungen, neuen Markierungen und geänderten Ampelschaltungen zwischen Auge Gottes und Wasserturm, geplant ist. Genannt wurden aber weder messbare Ziele, die durch eine Umgestaltung der Grazer Straße erreicht werden sollen noch konkrete Verkehrszählungen. Auch eine Einbindung der Bevölkerung ist nicht angedacht. Damit fehlt jede Grundlage für eine sachliche Entscheidung. Völlig offen ist, wie am Ende über eine Umsetzung entschieden wird. Ein schrittweises Vorgehen wird von den Grünen als durchaus sinnvoll bewertet. Aber ohne klar definierte und veröffentlichte Kriterien wird diese Testphase zur Blackbox, bleibt die finale Entscheidung willkürlich“, do die Grüne Gemeinderätin Elke Szalai.

Exit-Szenario in Vorbereitung?

Für die Grünen drängt sich daher ein klarer Verdacht auf: Statt ernsthaft an einer Verbesserung der Verkehrssituation zu arbeiten, bereitet die ÖVP bereits ein politisches Exit-Szenario vor. Am Ende könnte es heißen, die Bevölkerung sei unzufrieden – und das Projekt werde still beerdigt. Gemeinderätin Elke Szalai bringt es auf den Punkt: „Wenn am Ende ohnehin politisch entschieden wird und die Testphase keine belastbaren Erkenntnisse liefern kann, weil keine Zielvorgaben genannt werden, dann sind die Planungskosten nichts anderes als rausgeworfenes Geld.“

Lesen Sie auch:

Cookie Consent mit Real Cookie Banner