Antrag für Wachzimmer am Bahnhof Wiener Neustadt wurde abgelehnt

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Hauptbahnhof Wiener Neustadt / Foto: Wolfgang Glock (CC BY-SA 3.0)
Hauptbahnhof Wiener NeustadtFoto: Wolfgang Glock (CC BY-SA 3.0)

Wiener Neustadt: Absage für SPÖ-Anliegen

Antrag wurde im Innenausschuss abgelehnt und wird diese Woche im Plenum diskutiert.

„Es ist unverständlich, warum man sich seitens ÖVP so vehement weigert, wieder ein Wachzimmer am Bahnhof Wiener Neustadt zu eröffnen!“ sind sich Nationalrätin und Bezirksvorsitzende Petra Vorderwinkler und SPÖ-Vizebürgermeister Rainer Spenger einig.

600 Wegweisungen jährlich

Die Zahlen sprechen für sich: Jährlich sind von rund 600 Wegweisungen die Rede; das sind zehn mal soviele wie im Vergleich zu anderen Bahnhöfen in Niederösterreich. „Mehr als die Hälfte der 32.000 Pendlerinnen am Bahnhof Wiener Neustadt sind Schülerinnen und Schüler; es kann nicht sein, dass die Sicherheit unserer Kinder seitens der ÖVP einfach ignoriert wird!“ zeigt Vorderwinkler kein Verständnis für dieses Vorgehen des Innenministers. „Man sieht an den Zahlen der Übergriffe jener Bahnhöfe, an denen Wachzimmer wieder geöffnet wurden, dass diese – durch die vorhandene Polizeipräsenz – deutlich zurückgegangen sind.“ bekräftigt Spenger die SPÖ-Forderung.

Viele offene Fragen

“Im gestrigen Innenausschuss hat Innenminister Karner keine einzige Frage beantwortet. Auch ÖVP-Vizebürgermeister Stocker zeigte sich nicht kooperativ. Ihre Argumente dagegen waren fadenscheinig und es wurde lediglich von ‚Maßnahmen‘ gesprochen, ‚die diesbezüglich umgesetzt werden‘. “, so die Nationalrätin in einer Aussendung.

Welche Maßnahmen das im Detail sind wurde nicht beantwortet. „Man kann sich alles schönreden!“ zeigt sich Vorderwinkler enttäuscht. Auch die Frage, wie die derzeit offenen fünf Dienstposten besetzt werden und dieser Mangel ausgeglichen wird – wenn jährlich durchschnittlich zehn Beamte in Pension gehen – blieb unbeantwortet.

Wachzimmer wurde 2001 geschlossen

Der Bahnhof Wiener Neustadt bedient täglich 32.000 Pendlerinnen und ist mit sieben Linien größter Bahnknotenpunkt in Österreich. 2001 wurde das Wachzimmer durch ÖVP-Innenminister Strasser geschlossen. In der Schutzzone Bahnhof wurden seit der Errichtung 2017 über 2.834 Wegweisungen und Betretungsverbote ausgesprochen. Das sind fast dreimal so viele wie in allen Schutzzonen in Niederösterreich (Baden, Bad Vöslau, St. Pölten, Mödling) zusammen.

Sicherheitspolitische Brisanz am Bahnhof / Foto: zVg.

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