Ta­gung des In­sti­tuts für Ös­ter­reich­kun­de an der Mi­lAk

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IÖK Tagung / Foto: © Claus/TherMilAk
Begrüßung durch den AkademiekommandantenFoto: © Claus/TherMilAk

Wie­ner Neu­stadt: Vor­trä­ge zur be­vor­ste­hen­den Lan­des­aus­stel­lung

Im Rahmen der Vorbereitung auf die Landesausstellung tagte heuer das Institut für Österreichkunde am 1. und 2. März an der Theresianischen Militärakademie.

„Sämtliche Vorträge haben dem Thema der Mobilität entsprochen“ resümierte der zufriedene IÖK-Vorsitzende, Univ. Prof. i.R. Dr. Ernst Bruckmüller.

Blick hinter die Kulissen

Gleich nach der Begrüßung durch den MilAk-Kommandanten, GenMjr Karl Pronhagl, beschäftigten sich Gerhard Proksch und Beat Gugger mit der Idee der Ausstellung bis zu ihrer Ausführung. Genauer gesagt: Wo spielt Maximilian I. bei uns eine Rolle? Im Wechselgespräch gaben Mag. Birgit Schretzmayr und Mag. Birgit Stransky einen Blick hinter die Kulissen.

Auch die Veranstaltungsorte der Landesausstellung waren im Fokus der Vortragenden: als erster schilderte sehr interessant der Bauhistoriker MMag. Roland Woldron das Erbauen der Stadtmauer mit den Kasematten. Danach lüftete die Archäologin Mag. Doris Schön alle Geheimnisse über die Kirche St. Peter an der Speer. MilAk-Oberst Kurt Radner und Neuklosterprior P. Walter Ludwig stellten die Eigenheiten ihrer beiden Institutionen dar, während die Militärakademie eine dreidimensionale Baugeschichte der Burg und das Leben des letzten Ritters und des ersten Kanoniers sowie die Offiziersausbildung darstellen will, zeigt das Neukloster keine Ausstellung sondern das Klosterleben.

Von Bevölkerungszahlen und Postkutschen

Der Geograph Univ.-Prof. Werner Bätzing stellte Wiener Neustadt als eigene Mittelstadtregion dar und zeigte eindrucksvoll die Schwankungen in der Bevölkerungsdichte, die erst jetzt wieder die Vorkriegszahlen erreicht. Univ.Prof. Dr. Ernst Bruckmüller gab einen Grundriss der Geschichte Wiener Neustadts und Dr. Renate Kohn ging auf die Blütezeit der Stadt als Kaiserresidenz ein.

Einen guten Einblick in das jüdische Leben der Stadt, die nie in einem Ghetto zu suchen war, brachten PD Dr. Martha Keil für das Mittelalter und Dr. Werner Sulzgruber für das 19. und 20. Jahrhundert. Wenn auch nach wie vor die Mehrheit der Wege noch immer zu Fuß zurückgelegt werden, ging besonders Dr. Thomas Lindermayer auf das Thema der Mobilität ein, vor allem mit der mittelalterlichen Reise Ulrichs von Lichtenstein. Die Postkutsche als „Internet“ der damaligen Zeit stellte Mag. Ilja Steffelbauer dar, seine Ausführungen wurden mit von Dr. Carina Chitta vorgelesenen Literaturtexten illustriert.

Mag. Kerstin Ogris schilderte die von Kaiser Franz Joseph 1857 eröffnete Südbahn. Die Auto und Flugindustrie wurde von Mag. Sabine Schmither dargestellt, während der Wiener Neustädter Kanal von Mag. Heinrich Tinhofer mit Fotomaterial wassernah präsentiert wurde. Um die Abstände zu relativieren, stellte der Quantenphysiker Dr. Rupert Ursin dar, dass die Quantenteleportation nicht zur Mobilität beitragen kann.

Das Institut für Österreichkunde (IÖK) wurde im Jahr 1954 auf Initiative des Bundesministeriums für Unterricht und des Bundeskanzleramtes als Arbeitskreis für österreichische Geschichte gegründet. An seiner Spitze standen von Anfang an renommierte Universitätsprofessoren. Ziel des IÖK ist die Schaffung eines besseren Verständnisses von Geschichte, Kultur, Politik sowie Wirtschaft und Gesellschaft Österreichs.