Su­san­na Mewe ge­winnt den 9. War­t­holz­preis

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Finalisten Wartholzpreis 2016 / Foto: © Christoph Polleres
"Die zwölf besten Stimmen der Gegenwartsliteratur" in St. Peter an der Sperr.Foto: © Christoph Polleres

Wie­ner Neu­stadt: in­ter­na­tio­na­len Li­te­ra­tur­wett­be­werb in der Aus­stel­lungs­kir­che St. Pe­ter an der Sperr

Beim internationalen Literaturwettbewerb wetteiferten die zwölf besten Stimmen der Gegenwartsliteratur live vor Publikum und Jury um den mit € 10.000,- dotierten Wartholzpreis. Schlussendlich begeisterte Susanna Mewe mit dem Siegertext „Keiner wird merken, dass ihr weg seid“.

„Diskrete, fein nuancierte Weise“

„In konzentrierten, atmosphärisch dichten Szenen entwickelt Susanna Mewe in ihrer Erzählung Keiner wird merken, dass ihr weg seid eine ganz und gar alltägliche Geschichte, deren Abgründigkeit sich in subtilen Andeutungen manifestiert. Auf diskrete, fein nuancierte Weise berichtet die Autorin vom Unglück ganz normaler Mittelschichtsmenschen, die sich ihres Wohlstands – trotz materieller Sorglosigkeit – nicht erfreuen können. Sie tut das taktvoll und mit unaufdringlicher Präzision; damit kommt sie ihren Figuren nahe, ohne ihnen ihr Geheimnis zu nehmen“, so die Jury.

Weitere Preise

Darüber hinaus wurden zahlreiche weitere Preise verliehen: Der Land Niederösterreich Literaturpreis in Höhe von € 5.000,- ging an Robert Prosser, der als Publikumsliebling mit seinem Text „Reiter ohne Pferd“ zusätzlich den Publikumspreis in Höhe von € 2.000,- einheimste. Steffen Roye gewann mit dem Newcomerpreis eine Veröffentlichung seines Textes „Urban Exploration“ im Kremayr-Scheriau Verlag.

Der 9. Wartholzpreis lockte gleichermaßen Bücherwürmer und Literaturfreunde mit einem spannenden Programm und begeisterte nicht zuletzt wieder durch das ungewöhnliche Ambiente: Zum ersten Mal wurde der Wartholzpreis dieses Jahr in der Ausstellungskirche St. Peter an der Sperr in Wiener Neustadt ausgetragen. Das atmosphärisches Ambiente, Texte mit Tiefgang und spannende Jurydiskussionen sorgten für ein aufregendes Literaturwochenende.

Die besten Stimmen der Gegenwartsliteratur 2016

Der internationale Wettbewerb erfreute sich im Juni 2016 mit über 600 Einreichungen und einer Gesamtdotierung von € 17.000,- großer Beliebtheit. Damit reiht sich der Wartholzpreis unter die großen internationalen Literaturwettbewerbe für Gegenwartsliteratur im deutschsprachigen Raum. In der Jury fanden sich dieses Jahr Schriftstellerin Olga Flor, Lektorin Angelika Klammer, der Journalist Günter Kaindlstorfer und der Universitätsprofessor Wynfrid Kriegleder. Die zwölf FinalistInnen Didi Drobna (A), Josef Kleindienst (A), Jürgen Lagger (A), Joël László (CH), Susanna Mewe (D), Pyotr Magnus Nedov (D), Marlen Schachinger (A), Katharina Tiwald (A), Cornelia Travnicek (A), Robert Prosser (A), Steffen Roye (D) und Ursula Wiegele (A) lasen von 23. bis 25. Juni ihre Texte live vor Jury und Publikum.

Ausblick: 10 Jahre Wartholzpreis

Die nächsten großen Termine stehen auch bereits vor der Tür: Literatursalon und Schlossgärtnerei Wartholz feiern im Herbst 2016 ihr zehnjähriges Jubiläum. Von 10. bis 12. März 2017 rundet auch der Wartholzpreis die erste Dekade mit einem fulminanten Wettbewerbsprogramm ab. Literaturliebhaber dürfen sich über ein abwechslungsreiches Programm und internationale Gäste freuen.

Literatursalon und Wartholzpreis

Schloss Wartholz schlägt durch ein abwechslungsreiches Kulturangebot eine Brücke zwischen seiner geschichtsträchtigen Vergangenheit und dem kulturellen Zeitgeist der Gegenwart.  Ein besonderer Fokus im Kulturprogramm von Schloss Wartholz liegt seit jeher auf der Literatur: Die Besitzer des Anwesens knüpfen an die große literarische Tradition der Gegend an und entwickeln diese seit 2007 in zweierlei Hinsicht weiter – einerseits in Form eines ganzjährigen Literaturprogramms im sogenannten „Literatursalon“, andererseits mit der Schaffung des internationalen Wartholzpreises für deutschsprachige Gegenwartsliteratur.