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Stadttheater Wiener Neustadt wird bis 2024 modernisiert

LH Mikl-Leitner und Bgm. Schneeberger: „Stadttheater wird Hotspot der Landeskultur!“

Dieser Artikel wurde vor 3 Jahren veröffentlicht.

Modernisierung Stadttheater / Foto: © NLK Pfeiffer
NÖKU-Geschäftsführer Paul Gessl, Marie Rötzer, künstlerische Leiterin Landestheater Niederösterreich, Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und Wiener Neustadts Bürgermeister Klaus SchneebergerFoto: © NLK Pfeiffer

Das Stadttheater Wiener Neustadt wird in den nächsten Jahren baulich modernisiert und organisatorisch komplett neu aufgestellt.

Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und Bürgermeister Klaus Schneeberger präsentierten die Pläne gemeinsam mit Marie Rötzer, der künstlerischen Leiterin des Landestheaters Niederösterreich. Die Wiedereröffnung des traditionsreichen Hauses erfolgt pünktlich zum 230-Jahr-Jubiläum im Herbst 2024.

Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner: „In einer Zeit massiver Einschränkungen, die besonders auch die Kulturszene betreffen, wollen wir der Kultur in Niederösterreich Perspektiven bieten. Das tun wir mit der Neuausrichtung des Theaters Wiener Neustadt: nicht nur mit der Sanierung und der wirtschaftlichen Neuaufstellung, sondern auch mit einem eigenständigen künstlerischen Profil, das Gäste aus dem In-und Ausland sowie junges Publikum und Familien ansprechen wird. Damit wird das Theater Wiener Neustadt zu einem weiteren Hotspot der Landeskultur.“

“Fit für eine erfolgreiche kulturelle Zukunft“

Bürgermeister Klaus Schneeberger: „Das Stadttheater Wiener Neustadt ist mit seiner jahrhundertelangen Tradition und Geschichte eine ganz wichtige Visitenkarte unserer Stadt. Um diesen Stellenwert auch in Zukunft zu erhalten, ist es unbedingt notwendig, das Haus baulich, organisatorisch und inhaltlich fit für eine erfolgreiche kulturelle Zukunft zu machen. In der neuen Partnerschaft mit dem Land Niederösterreich bzw. seiner Kulturbetriebe sind diese Schritte in einer hohen Qualität möglich. Mit den Umbauarbeiten bringen wir das Haus technisch auf den neuesten Stand, ohne aber die Charakteristik des einmaligen Raumes zu zerstören. Wir verbinden Geschichte mit Gegenwart und Zukunft. Ab 2024 wird dann ein zeitgemäßer, aber dennoch traditioneller Spielplan dafür sorgen, dass wir weiterhin DAS Theater für Jung und Alt sein werden und gleichzeitig Bühne für die lokale Szene bleiben können. Ich bedanke mich bei Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner für die Partnerschaft und dem gesamten Team der NÖ Kulturbetriebe für die konstruktive Zusammenarbeit.“

Eine neue GmbH übernimmt

Das Wiener Neustädter Stadttheater wird in eine neue Kultur-Gesellschaft überführt. Gesellschafter der neuen GmbH sind die NÖ Kulturwirtschaft GesmbH (51 Prozent) und die WN Kul.Tour.Marketing GmbH, der bisherige Betreiber des Stadttheaters (49 Prozent). Die bisherigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden von der neuen GmbH übernommen. Der Spielplan wird mit Produktionen des Landestheater Niederösterreichs, Filmen in Kooperation mit dem „Kino im Kesselhaus“, sowie Auftritten der NÖ Tonkünstler gestaltet. Kabaretts bleiben erhalten, Gastspiele von Tourneetheatern und Operetten finden nicht mehr statt, Operetten-Metropole des südlichen Niederösterreichs ist und bleibt Baden. Gleichzeitig bleibt der Platz für lokale Theaterproduktionen erhalten. Das Theater Wiener Neustadt wird somit zu einer weiteren wichtigen Säule der Landeskultur.

Marie Rötzer, Künstlerische Leiterin Landestheater Niederösterreich: „Es ist eine sehr schöne Herausforderung und eine große Freude für uns als Landestheater Niederösterreich, dem Publikum in Wiener Neustadt und Umgebung mit unseren Stücken und Theaterprojekten innerhalb der neuen Programmierung die Sparte „Sprechtheater“ zu präsentieren. In dieser langen Kulturpause aufgrund der Corona-Krise wurde besonders deutlich, wie wichtig das Theater als Ort der Begegnung und als sozio-kulturelles Zentrum ist. Deshalb wollen wir auch besonders für junges Publikum und für Familien zukünftig verstärkt eine vielseitige Reihe von theatralen Veranstaltungen und Vermittlungsformaten anbieten.“

Start noch im ersten Quartal

Die Teilsanierung des Gebäudetraktes Stadttheater erfolgt mit dem Ziel, dem Stand der Technik unter Berücksichtigung der Vorgaben der Denkmalpflege zu entsprechen. Darunter fallen u.a. die Neuorganisation des Foyers sowie des Publikumsbereichs, Adaptierung bei den Brandschutzanlagen oder die notwendige Sanierung der Bühnentechnik, um den Spielbetrieb aufrecht erhalten zu können, sowie Maßnahmen zur Verbesserung der Raumakustik, um das mögliche Repertoire zu erweitern. Das Projekt wird mit einer EU-weiten Planerfindung unmittelbar nach den Beschlüssen noch im ersten Quartal 2021 gestartet.

Laut Kostenschätzung wird das gesamte Projekt rund 10,7 Millionen Euro kosten. Die Finanzierung teilen sich die Stadt Wiener Neustadt zu einem Drittel und das Land Niederösterreich zu zwei Dritteln. Die Fertigstellung der Umbau- und Reorganisationsmaßnahmen ist für das Jahr 2024 geplant, bis dahin pausiert der Spielbetrieb. Passend zur Wiederaufnahme feiert das Stadttheater 2024 auch sein 230-Jahr-Jubiläum.

Ein Theater mit langer Tradition

Das Haus, in dem sich das heutige Stadttheater Wiener Neustadt befindet, blickt auf eine lange, wechselvolle Tradition zurück. Das Theater befindet sich in der ehemaligen Klosterkirche des früheren Karmeliterinnenklosters und wurde 1668 errichtet. Nach der Profanisierung unter Josef II entstand anstelle der Kirche ein opulentes Theater.

Dass dieses Theater stets ein Prestigeobjekt der jeweiligen Stadtführung war, beweist die Tatsache, dass es nach dem großen Brand im September 1834, ebenso wie nach der völligen Zerstörung der Stadt im Zweiten Weltkrieg, rasch wieder aufgebaut und bespielt wurde. Im Inneren des Hauses befindet sich ein zweirangiger Zuschauerraum (Parkett plus 2 Ränge) mit 624 Sitzplätzen, welcher von 1977 bis 1979 einer Modernisierung unterzogen wurde.

Im Stadttheater Wiener Neustadt gastierten viele große Namen – angefangen von Alexander Girardi, Johann Nepomuk Nestroy und Adele Sandrock über Attila Hörbiger, Elfriede Ott und Oscar Homolka bis hin zu Alfred Dorfer, Josef Hader und Wolfgang Ambros. Auch lokale Schauspielgrößen wie Karl Merkatz, Christoph Dostal oder Viktor Gernot sind in diesem geschichtsträchtigen Theater aufgetreten.

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