Startseite Kultur Lesung Kaputt: Die groteske „lesische Szenung“ von glashaus

Kaputt: Die groteske „lesische Szenung“ von glashaus

Premiere am 29. August 2025 am Alten Schlachthof

Kaputt / Foto: Marie Schrentewein
Foto: Marie Schrentewein

Die groteske, sehr szenische Lesung – im Juni uraufgeführt im Karl-Renner-Museum in Gloggnitz – kommt nach Wiener Neustadt und wird am Alten Schlachthof wiederaufgenommen.

In einem kleinen Dorf, verwüstet von einer verirrten Bombe, verbreitet sich die Nachricht vom Kriegsende. Der interimistische Bürgermeister organisiert den Wiederaufbau – und begibt sich auf Stimmenfang für die bevorstehende Bürgermeisterwahl. Eine Familie hofft auf die Rückkehr ihres Oberhaupts – und darauf, dass niemand erfährt, für welche Seite er gekämpft hat. Es kehrt aber nur ein junger Soldat zurück – und kann sich nicht erinnern, wer er ist. Er ist nicht der Einzige, der seinen Platz im Dorf erst finden muss: Eine Kriegswaise, die ihre Heimat verloren hat, wird vom Interims-Bürgermeister aufgenommen – und eingeteilt –, während die vaterlose Familie die neue Nachbarin ablehnt. Der Dorfpfarrer erwirkt Spendenversprechen vom Vatikan – unter der Bedingung, dass die Kirche den Wiederaufbau lenkt und das Schicksal des Dorfs bestimmt.

Wird es dem Dorf gelingen, sich wie ein Phönix aus der Asche zu erheben und den Grundstein für eine friedliche Zukunft zu legen? Oder ist alles … kaputt?

Mehr „lesische Szenung“ als szenische Lesung

Kaputt ist das neueste Stück von Thomas Kodnar (Text) und Elena Schwarz (Regie & dramaturgische Leitung), und eine glashaus-Produktion durch und durch: humorvoll trotz wuchtiger Themen, mehr „lesische Szenung“ als szenische Lesung. Kilian Klapper, Saskia Klar und András Sosko übernehmen jeweils zwei Rollen, Regisseurin Elena Schwarz tritt selbst auf, und Christoph-Lukas Hagenauer wirkt in einer Special Appearance als Erzählerstimme mit.

Die Bühnen der Elena Schwarz

Kaputt entstand im Rahmen der Sonderausstellung des Karl-Renner-Museums zum Thema „Das Jahr 1945 – Österreich zwischen Aufbruch und Verdrängung“. Kodnar und Schwarz haben Facetten des Themas theatral-grotesk aufbereitet und in einer brisant-bizarren Geschichte, angesiedelt in einem fiktionalen Dorf, verarbeitet, und die Renner-Villa in Gloggnitz wurde mit dem Ergebnis erstmals als Theaterbühne bespielt. Wie bei früheren Inszenierungen (zum Beispiel den „Würschtltheatern“ an Rinaldas Würstelstand in Wiener Neustadt und Faust. Teufel komm raus am FH City Campus) hat Regisseurin Schwarz den ungewöhnlichen Schauplatz spezifisch gewählt, vollumfänglich genutzt und damit sein zuvor ungeahntes dramatisches Potenzial freigesetzt. Das Format der szenischen Lesung hat Schwarz mit Kaputt weit über vermeintliche Grenzen hinaus entwickelt.

Am Freitag, 29. August 2025, um 19:30 Uhr wird das Stück erstmals in Wiener Neustadt aufgeführt, am Alten Schlachthof in der Neunkirchner Straße. Am Sonntag, 31. August 2025, um 15:00 Uhr gibt es eine Nachmittagsvorstellung.

Der Ticketvorverkauf hat bereits begonnen und findet ausschließlich online unter ntry.at/kaputtWN statt.

Cookie Consent mit Real Cookie Banner