Reiten: Hundertstelkrimi im Grand Prix of Wiener Neustadt

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Philipp Makowei / Foto: © iSPORTPHOTO
Philipp Makowei kürte sich zum glorreichen Gewinner im Grand Prix of Lake Arena.Foto: © iSPORTPHOTO

Lake Arena: Nur vier Hundertstel trennten Philipp Makowei und Thomas Kleis

Packender Schlagabtausch im Grand Prix of Wiener Neustadt 2017, dem dritten der insgesamt vier Großen Preise, um die im Rahmen des legendären Summer Circuits in Wiener Neustadt geritten wird: Nach einem überaus gefinkelten Grundparcours, der so manchen Siegesgaranten in die Schranken verwies, zogen lediglich zwei Teilnehmer in das entscheidende Stechen ein. Beide kamen aus Deutschland, beide hatten an diesem Wochenende schon einen Hauptbewerb gewinnen können und nur einer von ihnen hatte am Ende um vier Hundertstel die Nase vorne…

Mit großer Spannung wurde am Sonntagnachmittag bei optimalem Reitwetter der mit 24.000,- Euro dotierte Grand Prix of Wiener Neustadt 2017 verfolgt. Der Parcours, aufgebaut auf 1,45 Meter, hatte es in sich: Neben den technischen Folgen, die man mit viel Plan und Taktik anlegen musste, spielte wiederum die Zeit eine übergeordnete Rolle. Vom ersten Hindernis an musste man flüssig durchziehen, um unter der erlaubten 74 Sekundenmarke zu bleiben.

Viel Applaus für Finalisten

Erst mit dem 41. Starterpaar, Thomas Kleis und For Pleasure-Stute „Fortune 17“, schien der Bann gebrochen zu sein: Sie präsentierten eine Runde par excellence und jumpten in grandioser Manier über die 13 Hindernisse und 16 Sprünge. Und dieses Kunststück zauberte am Ende der Prüfung auch Philipp Makowei aufs Parkett: Im Sattel seines Holsteiners „Chelsea 96“ erhielt er hochverdient für seinen starken Auftritt jede Menge Applaus. Diese zwei machten sich also den Sieg im Stechen untereinander aus.

Mit nur vier Hundertstel zum Sieg

Der gestrige Medium Tour Finalsieger, Thomas Kleis, hatte für einen astreinen Auftakt gesorgt und in flott gerittenen 47,39 Sekunden ordentlich vorgelegt. Sein Mitstreiter ließ sich davon nicht einschüchtern und ritt beherzt los. Sein Cassaro-Sohn, der im Parcours mit seiner quirligen Art und viel Temperament auffällt, kämpfte ungemein mit, sodass sich ein heißes Kopf-an-Kopf-Rennen entfachte. Am Ende war es wahrliche Maßarbeit: In 47,39 Sekunden – also lediglich mit vier Hundertstel Vorsprung – wechselte die Führung an den 26-Jährigen, der somit zwei der drei Big Tour-Bewerbe für sich entscheiden konnte.

An dritter Stelle platzierte sich mit Matteo Zamana ein ehemaliger Lake Arena Grand Prix-Winner: Er zeigte sich mit „Ramita Mail“ souverän im Parcours und hatte nur einen Zeitfehler am Konto zu notieren.

Österreicher mit Flüchtigkeitsfehlern

Ärgerliche Flüchtigkeitsfehler machten drei Österreichern die erhoffte Siegeschance zunichte: Die ÖSTM-Bronzemedaillengewinner Dieter Köfler und „Askaban“, die Ostarichi Grand Prix-Sieger des Vorjahres, kassierten am zweiten Sprung einen unglücklichen Abwurf (5. Platz). Markus Saurugg war mit der championatserprobten „Texas I“ bis zur Schlusslinie genial und überaus sicher unterwegs. Man hatte den Nuller schon fix auf der Rechnung. Doch dem eingespielten Duo wurde die dreifache Kombination zum Verhängnis (5. Platz). Und zu guter Letzt´ erwischte es auch Gerfried Puck, der ja heuer schon einen Großen Preis in Wiener Neustadt gewinnen konnte und die letztjährige Seriensiegerin „Bo“ sattelte. Die Schimmelstute touchierte ausgerechnet am ersten Hindernis die Stange und beendete den Rest der Runde einwandfrei (8. Platz).