Ach­ter­see: Nah­er­ho­lungs­ge­biet bleibt, Ba­de­be­reich wird ein­ge­rich­tet

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Erklärung: Die hellgrünen Bereiche sind öffentliche (rechts unten Liegewiese, links oben Spazierwege), die dunkelgrünen die Wiederaufforstungsgebiete. Der Parkplatz für die Badegäste befindet sich links unten rund um die Liegewiese.

Die zukünftige Nutzung des „Begonien- & Chrysanthemensees“ (auch „Achtersee“) am westlichen Stadtrand von Wiener Neustadt ist in weiten Teilen geklärt.

Der Magistrat hat auf Basis der bisherigen Versammlungen, Gesprächen und Beratungen ein detailliertes Konzept ausgearbeitet. Der See soll als Naturgebiet erhalten bleiben, aber auch ausreichend Möglichkeit zum Schwimmen bieten. Im Bau-Ausschuss am 11. September wurde das Thema bereits positiv beraten.

Den „Achtersee“ kann man getrost als „Dauerbrenner“ der Wiener Neustädter Lokalpolitik bezeichnen. Seit vielen Jahren gibt es Diskussionen über die Nutzung dieses Teiches, bei denen immer wieder die verschiedensten Interessensgruppen (SpaziergängerInnen, LäuferInnen, HundebesitzerInnen, AnrainerInnen, SchwimmerInnen, etc.) aufeinander geprallt sind.

Aufgrund eines Wasserrechtsbescheides des Landes NÖ war die Stadt Wiener Neustadt als Grundeigentümer gezwungen, den „Achtersee“ auszubaggern bzw. Aufschüttungen am Ufer durchzuführen. Diese Arbeiten, die auch vorübergehende Rodungen umfassen, laufen nunmehr seit Jänner 2013 und werden voraussichtlich im Oktober 2014 abgeschlossen sein, wodurch eine Nachnutzung des Areals ab Frühjahr 2015 möglich ist. Dann müssen auch wieder Bäume aufgeforstet werden.

Im Zuge dieser Ausbaggerungen und Aufschüttungen wurden seitens der Stadt auch Planungen über die zukünftige Nutzung begonnen. Es gab Gespräche mit VertreterInnen der verschiedensten Interessensgruppen genauso wie AnrainerInnenversammlungen. Aus all diesen Inputs und Ideen wurde letztlich ein Gesamtkonzept für den „Achtersee“ entwickelt, das nun umgesetzt werden soll.

Das Konzept zum Achtersee

  • Um den nördlichen Teil des Sees wird ein 15 Meter breiter „Pflegestreifen“ mit Bänken und Abfallbehältern geschaffen, um eine Umrundung nahe der Wasserfläche zu ermöglichen.
  • Aufgrund der Widmung „Grünland Park“ und der damit erfolgten Einbindung ins Ortsgebiet ergibt sich ein Leinenzwang für Hunde am gesamten Areal. In Teilbereichen wird eine „Hundeverbotszone“ (ausgeschildert mit Verbotstafeln) eingerichtet.
  • Die nördliche Hälfte des Sees wird von der Wiederaufforstung umschlossen. Dies wurde mit den Forstsachverständigen abgestimmt. An der südöstlichen Seite des Areals wird ein Grüngürtel zum Schutz der AnrainerInnen aufgeforstet.
  • Im südlichen Bereich des Sees wird eine Liegewiese um die Wasserfläche entstehen, wobei die Zufahrt im östlichen Teil erfolgen soll. Hier sind folgende Infrastruktureinrichtungen geplant:
    WC-Anlage, Kinderspielplatz mit 1.000 m2, Tische und Bänke, Abfallbehälter, Geräteschuppen, Fahrradabstellanlage für bis zu 250 Räder, Schatten spendende Bäume
  • Die verkehrstechnische Erschließung soll für den motorisierten Individualverkehr von der Brunner Straße aus erfolgen. Dafür werden in etwa 200 PKW-Parkplätze und 140 Abstellplätze für einspurige KFZ errichtet. Die Zufahrt wird mit einer kostenpflichtigen Schrankenanlage versehen. Wer zu Fuß, öffentlich oder mit dem Rad kommt, muss nichts bezahlen, womit auch dem Umweltaspekt Rechnung getragen wird.
  • Die Erschließung für den öffentlichen Verkehr und für RadfahrerInnen erfolgt über die Luchspergergasse. Weiters führt ein Fuß- bzw. Radweg von der Heinrich von Neustadt-Gasse zum See. Ab dem Ende der Dreipappelstraße wird bis zur nordöstlichen Ecke des Sees ein Fußweg angelegt.
  • Um das Gelände wird ein Laufparcours mit Kilometer-Beschilderung errichtet.
  • Die Einmalkosten für das Gesamt-Projekt belaufen sich voraussichtlich auf rund 2,3 Mio. Euro, wobei alleine die vorgeschriebenen wasserrechtlichen Maßnahmen inkl. der Aufforstung rund 1,5 Mio. ausmachen. Außerdem wird mit etwa 96.000,- jährlichen Kosten ab Inbetriebnahme der neuen Anlagen gerechnet.
  • Ein wichtiger Punkt in den Plänen ist, dass die Bevölkerung bei der detaillierten Ausgestaltung (Spielplatzgestaltung, etc.) weiterhin mit eingebunden wird. Der Dialog mit den BürgerInnen wird bis zur Fertigstellung fortgesetzt.

Erster Vizebürgermeister Wolfgang Trofer, als Baustadtrat für das Projekt zuständig, ist „glücklich, dass wir nun endgültig eine zukunftsträchtige Lösung gefunden haben“. Und weiter: „Ich bedanke mich bei allen, die hier mitgearbeitet haben. Dies gilt vor allem auch für die BürgerInnen, die sich bei den Gesprächen und Versammlungen sehr konstruktiv eingebracht haben. Wir werden das Gespräch mit ihnen allen auch weiterhin suchen. Ich denke aber, wir können in jedem Fall stolz darauf sein, was uns hier bereits gemeinsam gelungen ist und freue mich schon jetzt auf die Umsetzung bis 2015.“