Wird Wie­ner Neu­stadt wirk­lich zur Be­ton­wüs­te?

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betonwüste oder Green City? / Foto: pixabay
Schlechte Aussichten oder grüne Zukunft?Foto: pixabay

Wie­ner Neu­stadt: Stadt­ent­wick­lungs­pro­zess STEP WN2030 soll wert­vol­le Grün­räu­me si­chern

„Bau-Manie: Österreich wird zum Betonland“ – mit diesem Titel lässt das Wochenmagazin „Profil“ dieser Tage aufhorchen. Untertitel: „Wiener Neustadt wird die erste Stadt Österreichs sein, in der alle freien Flächen zugepflastert sind.“

„Noch vor 2050 wird es in Wiener Neustadt keine Äcker oder für die Region typische Trockenwiesen mehr geben. Das haben Berechnungen des Umweltbundesamts für die dynamische 50.000-Einwohner-Gemeinde im Süden Wiens ergeben.“ heißt es im viel zitierten Profil-Artikel.

Müssen Grünräume dem Bauwahn weichen?

Nein. Sagt Baustadtrat Dipl.-Ing. Franz Dinhobl in einer Aussendung und erläuert: „Es steht für die Stadt Wiener Neustadt außer Streit, dass viele in der Studie dargestellte Szenarien so nicht realisiert werden. Im Wesentlichen wurde im Rahmen der Flächenwidmungsplanung der Stadt bereits in den letzten Jahren nach den Prämissen der Raumplanung wie z. B. ‚Innen- vor Außenentwicklung‘ gehandelt und wurden lediglich geringfügige Neuausweisungen von Baulandflächen außerhalb des bebauten Gebietes vorgenommen. Dies zeigte sich auch aktuell in der Umnutzung von bestehenden Brachflächen sowie der erkennbaren Mobilisierung von Baulandreserven, die über Jahrzehnte lang unbebaut waren.“

Europaschutzgebiete

„Darüber hinaus gibt es die bestehenden Europaschutzgebiete (Natura 2000 FFH- und Vogelschutz-Richtlinie) sowie die Festlegungen des Regionalen Raumordnungsprogrammes Wiener Neustadt-Neunkirchen im Stadtgebiet von Wiener Neustadt, welche die in der Studie dargestellten Szenarien in diesem Ausmaß ebenfalls nicht zulassen würden.“, erklärt der Baustadtrat weiter.

Brennendes Thema Bodenknappheit

Die durch den regen Zuzug bedingte Bautätigkeit der letzten Jahre in der Stadt Wiener Neustadt erfolgte überwiegend im bestehenden Siedlungskörper. Gerade aber auch um für aktuelle Herausforderungen zeitgemäße Lösungen zu entwickeln, hat Wiener Neustadt bereits im Jahr 2017 ein externes Planungsteam unter der Leitung des Ziviltechnikerbüros Knollconsult mit der erstmaligen Ausarbeitung des Stadtentwicklungsplanes STEP WN2030 beauftragt. Als Instrument für eine vorausschauende Stadtplanung und die baulich-räumliche Entwicklung nimmt er sich insbesondere dem brennenden Thema Bodenknappheit an.

Im Rahmen von zwei „Stadtdialogen“, bei denen die Bürgerinnen und Bürger über den Status quo informiert wurden und nach einer Ideenfindungsphase in der zweiten Veranstaltung über zukünftige Entwicklungen diskutieren konnten, gab und gibt es bei STEP WN2030 eine große Einbindung der Bevölkerung.

Festgelegte Siedlungsgrenzen

Um mit den Ressourcen schonend umzugehen, setzt der STEP WN2030 auf eine differenzierte Strategie, die der qualitätsvollen Innenentwicklung den klaren Vorrang einräumt. Durch Festlegen von Siedlungsgrenzen sichert die Stadt darüber hinaus wertvolle Grünräume und konzentriert sich auf Qualitätsverbesserungen innerhalb der bebauten Stadt – heißt es in der der Stellungnahme der Stadt.