Startseite Panorama Geschichte Niemals vergessen! – Kranzniederlegung bei der Serbenhalle

Niemals vergessen! – Kranzniederlegung bei der Serbenhalle

Wiener Neustadt: Erinnerung an Todesmarsch der KZ-Häftlinge

Kranzniederlegung Serbenhalle 2026 / Foto: Stadt Wiener Neustadt/Weller
Stadtrat Franz Piribauer, Zweiter Vizebürgermeister LAbg. Rainer Spenger, Helmuth Edelmayr (Mauthausen Komitee Österreich), Stadträtin Selina Prünster und Michael Rosecker (Mauthausen Komitee)Foto: Stadt Wiener Neustadt/Weller

Vertreterinnen und Vertreter des Mauthausen Komitees sowie der Stadt Wiener Neustadt legten anlässlich der 81. Wiederkehr des Endes des Zweiten Weltkriegs zum Gedenken an die Opfer der nationalsozialistischen Zwangsarbeit einen Kranz bei der „Serbenhalle“ nieder.

Am 30. März 1945 wurde das Lager, das sich damals dort befand, geräumt und der Todesmarsch der KZ-Häftlinge nach Oberösterreich begann. Seit 2005 steht an der Pottendorfer Straße das Denkmal „Niemals vergessen“, das an das Leid der Zwangsarbeiter und KZ-Häftlinge erinnert.

Opfer der Zwangsarbeit

„Hinter jeder Geschichte stehen Menschen, Schicksale und Stimmen, die nicht mehr selbst sprechen können. Wenn wir sie vergessen, verlieren sie an Bedeutung. Heute erinnern wir an einen Teil der österreichischen Geschichte, die auch zu Wiener Neustadt gehört. Wir gedenken all jenen, die damals Opfer der nationalsozialistischen Zwangsarbeit wurden. Durch dieses Gedenken, sorgen wir dafür, dass die Vergangenheit niemals vergessen wird. Wir bedanken uns an dieser Stelle bei dem Mauthausen Komitee für ihr Engagement und ihren Einsatz sowie allen, die einen Beitrag gegen das Vergessen leisten“, so Zweiter Vizebürgermeister LAbg. Rainer Spenger und Stadtrat Franz Piribauer.

Die Geschichte der Serbenhalle

Die Lokomotivfabrik in Wiener Neustadt war die größte ihrer Art in der Österreichisch-Ungarischen Monarchie und ein bedeutendes Industriezentrum. Während des Zweiten Weltkriegs erhielt das Gelände eine neue Funktion: Neben den Rax-Werken, die Rüstungsgüter produzierten, befand sich dort auch ein Außenlager des KZ Mauthausen, die sogenannte „Serbenhalle“ (auch: Roigk-Hallen). Schon beim Ausbau der Anlagen wurden KZ-Häftlinge zur Zwangsarbeit eingesetzt, später entstand direkt vor Ort ein eigenes Lager. Häftlinge aus verschiedenen Ländern mussten unter unmenschlichen Bedingungen arbeiten, unter anderem an der Produktion der V2-Raketen („Vergeltungswaffe 2“). Nach einer kurzzeitigen Auflösung wurde das Lager 1944 wieder in Betrieb genommen, um weitere militärische Güter wie Marine-Artillerie-Leichter und Lokomotiv-Tender herzustellen. Im März 1945 wurden die Häftlinge auf einen Todesmarsch in die Außenlager Steyr und Gusen gezwungen.

Cookie Consent mit Real Cookie Banner