Neue be­rit­te­ne Po­li­zei wird in Wie­ner Neu­stadt aus­ge­bil­det

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Ausbildung berittene Polizei / Foto: ©  BMI/Gerd Pachauer
Foto: © BMI/Gerd Pachauer

In­nen­mi­nis­te­ri­um star­tet be­rit­te­ne Ein­heit be­reits im Ju­ni

In den letzten Jahren ist ein europaweiter Trend zum vermehrten Einsatz von Polizeipferden feststellbar. In vielen Großstädten wie London, Paris, München, Barcelona, Stockholm, Helsinki, Oslo oder Kopenhagen sorgen Polizistinnen und Polizisten hoch zu Ross für Sicherheit.

Das Bundesministerium für Inneres hat sich entschlossen, eine berittene Einheit im Bereich der österreichischen Exekutive zu etablieren. In einer Aussendung des Ministeriums heißt es: „Bei der Umsetzung wird besonders auf den Tierschutz, eine professionelle Ausbildung und eine artgerechte Haltung der Polizeipferde geachtet.“ Das Projekt wird darüber hinaus durch die Sicherheitsakademie und Forschung im Innenressort wissenschaftlich begleitet. Die Erkenntnisse erfahrener internationaler Reiterstaffeln fließen in den Probebetrieb mit ein. Vorerst wird es keinen Einsatz bei Demonstrationen geben.

Ausbildung in der MilAk

In einem mehrmonatigen Ausbildungsverfahren in Wr. Neustadt werden die Polizistinnen und Polizisten mit den Pferden auf die verschiedenen Einsatzszenarien vorbereitet. Die Organisation des Probebetriebs wird im BMI angesiedelt, da die berittene Polizei eine österreichweit agierende Einheit werden soll, die nicht an ein Bundesland oder an eine Stadt gebunden ist.

Für den Probebetrieb steht das BMI in enger Kooperation mit dem Bundesheer und wird so die bestens ausgestattete Reitanlage der Militärakademie in Wr. Neustadt zur Ausbildung der berittenen Polizei nutzen können, um eine bestmögliche Ausbildung und niedrigste Kosten gewährleisten zu können.

Bereits am 4. Juni wird das Projektkernteam, bestehend aus einem Ausbildungsleiter und drei zukünftigen Reiterinnen und Reitern, das vorläufig administrative und organisatorische Arbeit leistet, ihre Tätigkeit aufnehmen. Die Ausrüstungs- und Uniformbeschaffung startet ebenfalls Anfang Juni. Parallel dazu werden geeignete Pferde ermittelt. Für August dieses Jahres ist der Ausbildungsstart geplant.

Berwerbungen ab sofort

Ab sofort werden interessierte Bewerberinnen und Bewerber für die Reiterstaffel gesucht. Voraussetzungen sind eine abgeschlossene Grundausbildung sowie eine Außendiensterfahrung von mindestens zwei Jahren. Ein gültiger Fitnesscheck und Reiterpass sind ebenfalls notwendig.

Präventive und deeskalierende Wirkung

Neben dem klassischen Streifendienst im Stadtbereich und in Parkanlagen sowie in schwer zugänglichen, nicht befahrbaren Geländeabschnitten, lassen sich Polizeireiter auch bei polizeilichen Großeinsätzen und zu Suchmaßnahmen nach vermissten oder hilflosen Personen sowie flüchtigen Straftätern einsetzen. Durch die hohe Mobilität und respektvolle Größe erzielen sie eine präventive und deeskalierende Wirkung und ergänzen die bestehenden polizeilichen Einsatzmittel – wie der Einsatz in vielen europäischen Städten täglich beweist. Die erhöhte Sitzposition ermöglicht eine bessere Übersicht und Wahrnehmung von Sachverhalten. Gleichzeitig sind Pferde schnell und ausdauernd, also für längere Streifen gut geeignet.

„Die Einmalkosten für die Anschaffung der Pferde mit Ankaufsuntersuchung sowie Ausstattung und Ausbildungsgeräte belaufen sich auf ca. 380.000 Euro und weisen nach zwei Jahren einen hohen Wiederverkaufswert auf. Die laufenden Kosten pro Jahr, die sich unter anderem aus Einstell- und Tierarztkosten zusammensetzen, wurden mit ca. 110.000 Euro berechnet.“, so ein Bericht des Innenministeriums.