Was­ser läuft durch Loch im Ach­ter­see – Pro­jekt ab­ge­sagt?

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Achtersee ausgetrocknet / Foto: WN24
Innerhalb von wenigen Tage trocknete der Achtersee in Wiener Neustadt aufgrund eines Lochs am Grund vollständig aus.Foto: WN24

Kleines Loch mit großer Wirkung: Anemonensee abpumpen oder kommt nun doch neues Volksbad?

Die Überraschung war groß als Montagfrüh die Arbeiten am Achtersee in Wiener Neustadt fortgesetzt werden sollten: Das Wasser war weg! Ein relativ kleines Loch im nördlichen Teil des Schottersees hatte über Nacht den Großteil des Wassers verschluckt. Aufgrund eines Wasserrechtsbescheides des Landes NÖ führt die Stadt Wiener Neustadt als Grundeigentümer zur Zeit Ausbaggerungen bzw. Aufschüttungen am Ufer durch. Voraussichtlich durch diese Arbeiten entstand das ca. 1,2 m große Loch, das nun die weiteren Arbeiten ad absurdum führt.

„Ich hörte es gluckern“

„Als wir am Freitag Feierabend machten hörte ich es irgendwo gluckern. Dachte mir aber nix dabei, da mein Kollege gerade einen kräftigen Schluck von seinem Bier nahm.“ so Manuel Hoyo, ein Baggerfahrer des Erdbauunternehmens. „A blöde G’schicht irgendwie. Ohne Wasser macht so ein Freibad auch kan Sinn.“ bringt es Herr Hoyo auf den Punkt. Eine irrtümlich gerufene Feuerwehreinheit mit Pumpenfahrzeug, verließ kopfschüttelnd nach zwei Minuten wieder das Gelände. Wer für diese Kosten aufkommt ist noch ungewiss.

Experten der Geotechnik der TU Wien, die gegen Mittag am Gelände eintrafen, bestätigten die traurige Situation. Dr. Jasmin Sommerbacher vom Institut für Geotechnik der TU Wien: „Dieses Loch wäre vorauszusehen gewesen. Die geologische Situation in diesem Bereich weist sehr komplexe Schichtungen auf, die jedoch gut dokumentiert sind. Insgesamt muss erstmal alles evaluiert werden, erst dann können wir sagen, ob eine Wiederbefüllung des Beckens Sinn macht. Soweit ich das heute sagen kann, besteht auf jeden Fall keine Gefahr für die umliegende Bebauung noch für Passanten.“

Anemonensee als möglicher Wasserlieferant

Natürlich ist es nur eine Frage der Zeit, bis der Achtersee wieder mit Grundwasser gefüllt ist. Um das Projekt jedoch wie geplant bis 2015 fertigzustellen, wird nach einer schnellen Lösung gesucht. Technisch gesehen wäre eine Wiederbefüllung der Achterlacke mit Fremdwasser kein Problem und auch finanziell überschaubar. Das benötigte Wasser könnte mittels Schlauchsystem vom benachbarten Anemonensee herangepumpt werden. Die Anwohner des Anemonensee müssten die nächsten Jahre ohne Seewasser auskommen. Da die aktuelle Wohnsituation am Anemonensee durch wachsende Baustellen, Lärm und Staub getrübt wird, kann auch auf das Badevergnügen vor der Haustüre verzichtet werden. Ganz nach dem Motto „Is eh schon wurscht!“.

Volksbad doch als Alternative?

Nachdem im September 2013 das Konzept des neuen Achtersees der Öffentlichkeit präsentiert wurde, war klar, dass die Zeit für das Volksbad endgültig abgelaufen war. Das beliebte „Saubad“ – wie das Freibad auch genannt wurde – wurde 2011 geschlossen, blieb aber gerade bei den Jungen im Gespräch. Durch die geringe­ Wassertiefe und den vielen Spielereien erfreute sich das 1882 eröffnete Freibad vor allem bei Kindern großer Beliebtheit. Sofern die Wiederherstellung des Achtersees zu kostspielig wäre, könnte alternativ das Volksbad wieder revitalisiert werden, wo das Wasser schließlich aus der Leitung kommt.

Noch ist nichts entschieden. Aber eines ist klar: Wiener Neustadt braucht kein teures Loch. Wiener Neustadt braucht ein Freibad für alle!
Mehr Infos und Fotos zur aktuellen Situation finden Sie auf diesen Seiten.

→ Vorsicht: Satire! Schön, dass du bis hierher gelesen hast und nicht in das Sommerloch gefallen bist!