Ge­denk­ver­an­stal­tung „No­vem­ber­po­gro­me 1938“ in Wr. Neu­stadt

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November Pogrom Gedenken / Foto: Wiener Neustadt/Weller
Historiker Dr. Werner Sulzgruber, Mag.(FH) Claudia Vorisek (GB I/4 Kultur), Bürgermeister Mag. Klaus Schneeberger, Kulturstadtrat Franz Piribauer, MSc und Christoph Dostal (WN Kul.Tour.Marketing) mit dem Foto der alten Wiener Neustädter Synagoge und dem Programm im Stadttheater Wiener NeustadtFoto: Wiener Neustadt/Weller

Ge­denk­ver­an­stal­tung, Vor­trä­ge und Film­vor­füh­rung am und um den 9. No­vem­ber

Am 9. November 2018 jähren sich die furchtbaren Ereignisse der Novemberpogrome, die den Übergang von der Diskriminierung und Demütigung jüdischer Bürgerinnen und Bürger hin zur systematischen Verfolgung und Vernichtung markieren, zum 80.

Mal. In Erinnerung an die in der Nacht von 9. auf 10. November 1938 vom nationalsozialistischen Regime organisierte und gelenkte Gewalt gegen Juden und jüdische Einrichtungen im gesamten Deutschen Reich lädt die Stadt Wiener Neustadt am 9. November 2018 zu einer Gedenkveranstaltung.

Der offizielle Teil dieses Abends beginnt um 17.30 Uhr am Johannes von Nepomuk-Platz, danach warten im Gläsernen Saal des BORG Vorträge zu den Novemberpogromen von der österreichischen Sozialwissenschaftlerin und Historikerin Dr. Brigitte Bailer-Galanda sowie dem Wiener Neustädter Historiker Dr. Werner Sulzgruber.

Programm Freitag, 9. November

17.30 Uhr, Johannes von Nepomuk-Platz – Begrüßung durch Museumsleiterin Mag. Eveline Klein, Dr. Werner Sulzgruber zum Erinnerungsort Synagoge, Verein Stolpersteine, Ansprache Bürgermeister Mag. Klaus Schneeberger, musikalische Umrahmung durch das Moritz Weiß Klezmer Trio

19.00 Uhr, Gläserner Saal des BORG – Vorträge zu den Novemberpogromen 1938 von Dr. Brigitte Bailer-Galanda und Dr. Werner Sulzgruber, musikalische Begleitung durch das Moritz Weiß Klezmer Trio

Programm Mittwoch, 14. November

19.30 Uhr, Stadttheater – „Film im Theater“ mit dem Film „Die Stadt ohne Juden“ (1924, Regie: Karl Breslauer), anschließend Podiumsdiskussion mit Dr. Nikolaus Wostry und Dr. Werner Sulzgruber

Die Verfilmung von Hugo Bettauers Roman „Die Stadt ohne Juden – Roman von übermorgen“ durch Regisseur Hans Karl Breslauer war 1924 bereits von Störaktionen der Nationalsozialisten begleitet, 1925 wurde Bettauer von einem Nationalsozialisten ermordet. Der Stummfilm „Die Stadt ohne Juden“ gilt heute als eine der wichtigsten österreichischen Produktionen der Zwischenkriegsjahre. Als erstes filmisches Dokument gegen den Antisemitismus zeigt er in beklemmender Voraussicht die kulturelle und wirtschaftliche Verarmung einer Stadt nach Vertreibung der jüdischen Bevölkerung. Dauer: 87 Minuten.

Im Vorfeld der Filmaufführung „Die Stadt ohne Juden“ am 14. November sind Lichtinstallationen der HTL im öffentlichen Raum geplant.

„Wichtig, nicht zu vergessen“

„Es ist für uns alle ungemein wichtig, nicht zu vergessen und die Geschichte nicht wiederholbar zu machen, daher sehen wir diese Gedenkveranstaltung und die Vorführung des Films ‚Die Stadt ohne Juden‘ als ganz besonders wichtiges Zeichen – gerade für Wiener Neustadt mit seiner Geschichte“, so Bürgermeister Mag. Klaus Schneeberger und Kulturstadtrat Franz Piribauer, MSc, „wir haben uns deshalb bewusst dazu entschlossen, diesen Film im Umfeld des Jahrestages der Novemberpogrome im Stadttheater zu zeigen und gleichzeitig im Rahmen von Vorträgen und einer Podiumsdiskussion die Thematik genauer zu erörtern. Sensibilisierung für die dunkelsten Stunden unserer Geschichte sind uns wichtig, und wir sind uns sicher, dass die Veranstaltungen großen Zuspruch beim Wiener Neustädter Publikum haben werden.“