Ti­ter­stu­die der FH: nied­ri­ge Dun­kel­zif­fer bei Co­ro­na-In­fek­tio­nen

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Corona-Studie der FHWN / Foto: © Envato Elements
Foto: © Envato Elements

Wie­ner Neu­stadt: Ak­tu­el­le Co­ro­na-Stu­die der FHWN

Im Zuge einer Titerstudie der Fachhochschule Wiener Neustadt wurden 336 Personen in Bezug auf das Vorhandensein von Antikörpern gegen das Coronavirus getestet.

Während eine niedrige Dunkelziffer bei den Infektionen ein erfreuliches Ergebnis darstellt, weisen nur rund zwei Drittel der Personen, die schon einmal positiv getestet wurden, Antikörper im Blut auf.

Titerstudie zeigt Dunkelziffer von nur 4%

Die 3G-Regel bestimmt dieser Tage Schlagzeilen und Diskussionen – möchte man in den Genuss der Lockerungen kommen, ist es notwendig, entweder geimpft, genesen oder getestet zu sein. Zumindest die ersten beiden Möglichkeiten sind in der Regel mit Antikörpern gegen das Coronavirus im Blut verbunden. Doch wie weit verbreitet ist das Vorhandensein ebendieser Antikörper in der Bevölkerung? Im Rahmen einer Titerstudie wurden an der Fachhochschule Wiener Neustadt mehr als 330 Personen getestet.

Im Vorfeld gaben alle Probandinnen und Probanden an, ob sie schon einmal positiv auf das Coronavirus getestet worden sind – bei all jenen, die hier angaben, bisher noch nie positiv getestet worden zu sein, war also zu erwarten, dass sie keine Antikörper gegen das Virus im Blut aufweisen. In vier Prozent der Fälle war aber genau das der Fall – trotz ausschließlich negativen Tests tragen diese Personen Antikörper in sich. Hier handelt es sich um die Dunkelziffer an unerkannten Coronafällen – sie ist mit knapp vier Prozent in dieser Studie vergleichsweise niedrig: Die Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW) schätzt die Dunkelziffer in Österreich zwischen 8,5 und zehn Prozent.

„In rezenten Studien wird die Dunkelziffer der Corona-Infektionen sogar auf bis zu 30% geschätzt. Die Ergebnisse unserer Untersuchungen zeigen, dass die Zahl der unentdeckten Infektionen weit geringer ist“, hält Thomas Pekar, Studiengangsleiter des Studiengangs Biomedizinische Analytik, fest.

Keine Antikörper trotz positivem Test

Die niedrige Dunkelziffer kann also als durchaus erfreuliches Ergebnis gewertet werden – anders verhält es sich bei den Ergebnissen jener Personen, die bereits positiv auf Sars-Cov-2 getestet wurden. Unter ihnen verfügen nämlich nur 70 Prozent über einen positiven Antikörperstatus. Anders gesagt: Fast ein Drittel der Personen, die bereits einen positiven Test abgegeben haben, verfügen über keine ausreichend hohe Antikörperkonzentration um vor den Folgen einer Infektion ausreichend geschützt zu sein.

Woran das liegen kann? Pekar klärt auf: „Ein Forschungsteam aus der Schweiz hat nachgewiesen, dass vor allem bei milden und asymptomatischen Verläufen kaum bis gar keine IgG Antikörper, welche für unser Immungedächtnis verantwortlich sind, gebildet werden.“

Wirksame Impfung

Die Zahlen der geimpften Personen bestätigen einmal mehr, was viele Untersuchungen bereits herausgefunden haben: Die Impfung wirkt. 100% aller geimpften Probandinnen und Probanden wiesen mindestens 14 Tage nach der ersten Teilimpfung einen positiven Antikörperstatus auf.

Apropos Probandinnen und Probanden: 55% aller Personen, die in der Studie ihren Antikörper-Status bestimmen ließen, waren Studierende oder Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der FH Wiener Neustadt. 37 Personen der Studie haben die Infektion durchgemacht: Vier davon zeigten keine Symptome, die häufigsten Symptome bei den anderen 33 waren Müdigkeit, Geschmacks- und Geruchsverlust und Kopfschmerzen.

Im kommenden Jahr plant die Fachhochschule Wiener Neustadt erneut eine COViD-Antikörper Untersuchung – dann sollen die Durchimpfung und das damit verbundene Antikörper-Level beobachtet werden.

Lehrer-COVID-Testung / Foto: Militärakademie

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