Sa­tel­lit der FH Wie­ner Neu­stadt auf dem Weg ins All

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Satellit PEGASUS / Foto: © FH Wiener Neustadt
Scharlemann (FHWN-Studiengang Aerospace Engineering) und Würdinger (Amateurfunker)Foto: © FH Wiener Neustadt

Die indische PSLV-Trägerrakete hob heute pünktlich um 06:00 Uhr Mitteleuropäischer Zeit vom Weltraumhafen Satish Dhawan, Indien, ab. Mit an Bord PEGASUS, der Forschungssatellit der FH Wiener Neustadt. Nach dem Launch dauerte es rund 60 Minuten bis eine Orbithöhe von ca. 500 Kilometern erreicht werden konnte, der Nanosatellit ausgeworfen wurde und sich die Antennen entfaltet haben.

FHWN-Satellit PEGASUS erfolgreich gestartet

Der erste Kontakt fand drei Stunden nach dem Start statt. PEGASUS erforscht nun als dritter Himmelskörper „Made in Austria“ die Weiten des Weltalls und ist darüber hinaus der erste Satellit, der nach dem neuen Weltraumgesetz für eine Mission im All zugelassen wurde.

„Ein überwältigendes Gefühl“

„PEGASUS hat festen Boden verlassen und befindet sich nun einen weiteren Schritt näher am Ziel unserer Mission, der Erforschung der Thermosphäre. Es war ein überwältigendes Gefühl, den Raketenstart von unserer Bodenstation in der FH Wiener Neustadt live mitzuverfolgen. Das Aerospace-Team, bestehend aus Studierenden und MitarbeiterInnen, ließ sich dieses Ereignis trotz der frühen Uhrzeit natürlich nicht nehmen“, so Dr. Carsten Scharlemann, PEGASUS-Projektleiter und Studiengangsleiter Aerospace Engineering an der FH Wiener Neustadt.

„Es freut mich sehr, dass die letzten Jahre intensiver Forschungs- und Entwicklungsarbeit unseres Studiengangs Aerospace Engineering Früchte tragen. Studierende wie auch MitarbeiterInnen des Master-Programms haben unermüdlich daran gearbeitet und wesentlich dazu beigetragen, dass nun ein hochmoderner Satellit die Erde umkreist und dabei in nur wenig bekannten Sphären für den wissenschaftlichen Fortschritt im Einsatz ist“, so Mag. Josef Wiesler, Geschäftsführer der FH Wiener Neustadt.

Weitere Nanosatelliten an Bord

PEGASUS tritt seine Reise nicht alleine an, denn die Hauptnutzlast der Rakete macht der tonnenschwere indische Satellit „CartoSat 2E“ aus. Außerdem sind noch weitere Nanosatelliten aus dem europäischen QB50-Projekt mit in den Orbit geschossen worden, um in weiterer Folge im Formationsflug Daten aus der Thermosphäre zu empfangen und an die Erde zu senden. PEGASUS ist somit Teil eines 36 Nanosatelliten umfassenden Netzwerks, das von Hochschulen und Forschungsinstituten gemeinsam mit Studierenden entwickelt wurde.

Der Satellit der FH Wiener Neustadt mag nur so groß wie eine Schuhschachtel sein, dennoch setzt sich PEGASUS aus modernster Technik zusammen, die fast zur Gänze von Studierenden und MitarbeiterInnen des Master-Studiengangs Aerospace Engineering in Zusammenarbeit mit der FOTEC, dem Forschungsunternehmen der FH Wiener Neustadt, und den beiden Partnern, dem TU Wien Space Team und der Space Tech Group, entwickelt wurde. An Bord von PEGASUS befindet sich außerdem ein neuartiger gepulster Plasmaantrieb, der nun erstmals im Weltraum getestet wird.