ZV Handball McDonald’s Wiener Neustadt verliert gegen Hypo NÖ 1

Foto: Viktoria Kaiser
Viktoria Kaiser gegen die eng stehende Abwehr von Hypo NÖ 1 (Foto: Martina Jurkovic) Foto: ZV Handball McDonald’s Wiener Neustadt

Nach 60 Minuten Unentschieden und doch kein Punkt

Im Spitzenspiel der 14. Runde in der obersten österreichischen Damenhandballliga (WHA) brachten die Damen des ZV Handball McDonald’s am Samstagabend in der brechend vollen Wiener Neustädter Anemonenseehalle die Titelfavoritinnen von Hypo Niederösterreich 1 an den Rand eines Punkteverlustes.

Intensive Vorbereitung

Die Damen des ZV Handball McDonald’s Wiener Neustadt hatten die 3-wöchige Meisterschaftspause gut genutzt und sich intensiv auf die Begegnung mit Hypo Niederösterreich 1 vorbereitet. Wiener Neustadts Trainerteam Erwin Rasch und Chris Singer hatte die Mannschaft gut auf ihre Gegnerinnen eingestellt.

Wie viel Respekt die Vereinsführung von Hypo Niederösterreich vor den Wiener Neustädterinnen hatte, zeigte sich in dem Umstand, dass die Südstädterinnen in den letzten Tagen vor dem Spiel ihre ehemalige Starspielerin Gorica Acimovic, welche im Sommer eigentlich ihre Handballkarriere beendet hatte, reaktivierten, um sich noch einmal für dieses Spiel und den Rest der Saison zu verstärken. Die Spitzenhandballerinnen vom ZV Handball McDonald’s Wiener Neustadt ließen sich aber von diesem Überraschungscoup nicht aus der Ruhe bringen. Nach der Übergabe des Matchballs, gespendet von Fr. Klaudia Hlobil von AKTIV Versicherungsservice Gmbh Wiener Neustadt, begannen Agnete Grigaite & Co sehr konzentriert und Wiener Neustadts routinierte Rückraumbomberin Katalin Jenöfi erzielten das erste Tor im Spiel.

Neustädterinnen erkämpfen 13:10 Führung

In der Abwehr ließen die Heimischen nur wenig zu und zwangen die Gäste immer wieder zu Würfen aus nicht optimalen Wurfpositionen. Diese waren dann zumeist eine Beute der einmal mehr groß aufspielenden Wiener Neustädter Goalkeeperin Natascha Schilk. Im Angriff wiederum zog Mittelfeldregisseurin Dolores Rajic geschickt die Fäden und mit gut gespielten, einstudierten Spielzügen wurde die Abwehr von Hypo NÖ immer wieder durchbrochen. Nach 30 Minuten hatten sich Wiener Neustadts Handballdamen, frenetisch angefeuert von den Zuschauerrängen, eine 13:10-Haobzeitführung erspielt.

Spannenden Match auf Augenhöhe

Nach dem Wiederbeginn hatten das gegnerische Betreuerteam die Abwehrtaktik umgestellt und konnten sehr schnell die Wiener Neustädter Halbzeitführung neutralisieren und in der 38. Minuten erstmals in diesem Spiel in Führung gehen. Wer jetzt aber dachte, dass sich Lisa Heidinger & Co dem Team von Hypo NÖ 1 ergeben wäre wurde eines Besseren belehrt. Die Rasch-Sieben zeigte großes Kämpferherz und fightete sich wieder in das Spiel zurück. Es entwickelte sich ein wahres Handballkrimi und die Zuschauer hielt es kaum noch auf den Sitzen. Weder die Heimischen noch das Team von Hypo NÖ konnte sich entscheiden absetzen.

Niederlage in der letzten Sekunde

In der 55 Minuten erzielten die Gäste aus der Südstadt zwar erstmals eine 2-Tore-Führung, doch in den letzten 5 Minuten gelang es den Wiener Neustädterinnen das eigene Tor zu verbarrikadieren und mit Toren von Dolores Rajic und Agnete Grigaite noch den Ausgleich zu erzielen. Als alles schon nach der nächsten Sensation roch bekamen aber die Gäste aus der Südtstadt Sekundenbrucheile vor dem Ertönen der Schlusssirene bei einem Spielstand von 22:22 noch einen 7-Meter-Strafwurf von den Schiedsrichtern zugesprochen. Im Duell mit Wiener Neustadts Torhüterin Natascha Schilk blieb dann die reaktivierte Starspielerin der Südstädterinnen Gorica Acimovic erfolgreich und sicherte mit dem verwandelten Strafwurf doch noch den 22:23-Sieg für Hypo NÖ 1.

Trainer Rasch: „bin sehr stolz“

Wiener Neustadts Headcoach Erwin Rasch zeigte sich mit der Leistung seines Teams sehr zufrieden: „ Ich bin sehr, sehr stolz auf meine Mannschaft. Wir haben Hypo die Stirn geboten und jede Spielerin hat für das Team gekämpft. Die Mannschaft hat unseren Spielplan gut umgesetzt. Die routinierten Spielerinnen haben das Team geführt und unsere jungen Spielerinnen haben ihr großes Talent gezeigt. Unser Kader ist jetzt ein echt tolles Kollektiv und eine geschlossene Einheit. Jede Spielerin hat sich für die Andere bei einer gelungen Aktion gefreut. Dieses Spiel hat gezeigt wie schön und spannend und voller Emotionen der Handballsport ist. Das wir am Ende nun doch ohne einen Punktegewinn dastehen ist sehr traurig. Zumindest ein Unentschieden wäre der verdiente Lohn für die großartige Leistung der gesamten Mannschaft gewesen.“

Kovacs: „sehr spannendes Spiel“

Nach dem Spiel zeigte sich auch Hypo NÖ-Cheftrainer Ferencs Kovacs von der Leistungsstärke der Damen des ZV Handball McDonald’s Wiener Neustadt beeindruckt: „Wir haben Wiener Neustadt sehr ernst genommen und mussten wirklich hart für diesen hauchdünnen Sieg kämpfen. Dieses Spiel war eine tolle Werbung für den Damenhandball. Die Zuschauer haben ein großartiges und sehr spannendes Spiel gesehen.“

Zeit zur Regeneration bleibt den Wiener Neustädter Handballerinnen aber nur wenig. Denn in den nächsten beiden Wochen warten mit den Auswärtsspielen in der Meisterschaft und im ÖHB-CUP-Semifinale in Korneuburg die nächsten großen Aufgaben auf das Team des ZV Handball McDonald’s Wiener Neustadt. Die Korneuburgerinnen spielen heuer eine gute Saison und konnten im Herbst Hypo NÖ 1 die erste Niederlage seit 22 Jahren zufügen und sind ebenso wie Hypo NÖ Favorit für den Einzug in das WHA-Finale.

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