Traude Dierdorf neue Ehrenbürgerin der Stadt

Foto: Ehrenbürgerin Traude Tierdorf
Bürgermeister Mag. Klaus Schneeberger überreichte der neuen Ehrenbürgerin Traude Dierdorf die Ehrenbürgerurkunde. Foto: Magistrat

Wiener Neustadt: ehemalige Bürgermeisterin ausgezeichnet

Letzte Woche (22.2.2016)  hat Wiener Neustadts Bürgermeister Mag. Klaus Schneeberger der ehemaligen Bürgermeisterin Traude Dierdorf die Ehrenbürgerschaft der Stadt Wiener Neustadt verliehen, welche einstimmig vom Wiener Neustädter Gemeinderat beschlossen worden war.

Bilderbuchkarriere

Schneeberger würdigte Dierdorf als eine Politikerin, die die Sozialdemokratie schon mit der Muttermilch mitbekommen habe, worauf aufbauend ihr eine Bilderbuchkarriere gelang. „Unter Traude Dierdorfs Führung erlebte die Sozialdemokratie in Wiener Neustadt einen wahren Höhenflug. Grundlage dafür war nicht nur ihre Persönlichkeit, sondern vor allem auch ihre Politik, die Wiener Neustadt zur Sozialhauptstadt Niederösterreichs gemacht hat“, so Schneeberger.

„Orientiere ich mich gerne an Traude Dierdorf“

Er stehe als neuer Bürgermeister auch nicht an, Positives seiner Amtsvorgänger zu übernehmen. „Was die Präsenz, die umgängliche Art und das Zugehen auf die Wiener Neustädterinnen und Wiener Neustädter anlangt, orientiere ich mich gerne an Traude Dierdorf. Zwar werde ich nicht so oft wie sie, aber doch ab und an mit dem Fahrrad ins Rathaus fahren. Eines verbindet uns dabei auf jeden Fall: das Herz für unsere Stadt. Heute verneigt sich das offizielle Wiener Neustadt in Dankbarkeit vor Traude Dierdorf“, so Schneeberger.

Dierdorf: „25 wundervolle Jahre“

Die neue Ehrenbürgerin bedankte sich bei ihrem Nach-Nachfolger im Amt: „Es ist eine große Auszeichnung für mich, Ehrenbürgerin meiner Heimatstadt zu werden. Ich habe 25 wundervolle Jahre in der Kommunalpolitik erlebt und dabei sehr viele Freunde gewonnen. Ich möchte mich bei all meinen Mitstreitern aus dieser Zeit für die tolle Unterstützung bedanken. Für die Zukunft wünsche ich mir neben Gesundheit, dass es in Wiener Neustadt wieder mehr ‚menschelt‘, als es das in den letzten Jahren getan hat und die Stadt wieder liebens- und lebenswerter wird.“

Traude Dierdorfs Werdegang

Traude Dierdorf wurde am 17. November 1947 als Zehnerviertlerin geboren und wuchs mit ihren Geschwistern auf. 1965 trat sie der SPÖ bei, wo sie sich in der Gewerkschaftsjugend und als Personalvertreterin im Rathaus engagierte. Im Jahr 1980 zog sie in den Gemeinderat ein, 1984 wurde sie zur Vorsitzenden des Kontrollausschusses gewählt, weswegen sie sich vom Gemeindedienst unter Verzicht auf alle Bezüge freistellen lies. Ab 1985 bekleidete sie die Stadtratsfunktion für Jugend und Soziales, ab 1993 war sie Erste Vizebürgermeisterin. Am 18. März 1997 wurde sie vom Gemeinderat mit 37 von 38 abgegebenen Stimmen zur ersten Frau an die Spitze einer Statutarstadt gewählt.

Bei den Gemeinderatswahlen in den Jahren 2000 und 2005 konnte die Sozialdemokratie unter ihrer Führung ihren Stimmenanteil bis auf 61,58 % bzw. 26 Mandate ausbauen. Am 15. Oktober 2005 legte Traude Dierdorf ihre Bürgermeisterfunktion aus gesundheitlichen Gründen zurück. Zwar zog sie sich aus dem politischen Leben der Stadt zurück, engagierte sich aber weiter bei ihrem Fußballclub Haidbrunn Wacker Wiener Neustadt, wo sie bei jedem Heimmatch ehrenamtlich Dienst an der Kassa machte.

Soziale Projekte und Technologie-Offensive

Wichtigster Meilenstein ihrer Politik war die Entwicklung der Stadt zur Sozialhauptstadt Niederösterreichs. Neue Kindergärten, die Modernisierung der Schulen, die Förderung von Jugend- und Sportvereinen, eine Lehrlingsoffensive am Magistrat, das Langzeitarbeitslosenprojekt „Phönix Ostarrichi“, der Ausbau der geschützten Werkstätte, die Integration von Kindern mit Behinderung, die Ausweitung von „Essen auf Rädern“, der Ausbau des Krankenhauses zum Schwerpunkthaus sowie die Generalsanierung und der Ausbau des Stadtheims stehen beispielhaft für diesen Weg. Gleichzeitig wurde gemeinsam mit dem Land Niederösterreich die Technologie-Offensive in der Civitas Nova vorangetrieben und die Fachhochschule erweitert.

Am 25. Okt. 2004 konnte sie im Bundeskanzleramt den Vertrag für das Krebsbehandlungs- und Forschungszentrum MedAustron mit unterschreiben. In Würdigung ihres Wirkens überreichte ihr Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll am 11. Februar 2010 das Silberne Komturkreuz zum Ehrenzeichen für Verdienste um das Bundesland Niederösterreich.

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