Alko-Unfälle in NÖ: Wiener Neustadt mit geringstem Anteil

Foto: Alkoholtest Wiener Neustadt
"Don't drink and drive" – Alkohol am Steuer ist gefährlich und kann Menschenleben kosten. Foto: KOMUnews, Flickr (CC BY 2.0)

Enormer Unterschied zwischen Wiener Neustadt Stadt und Land

Beim Anteil der Alko-Unfälle an den Verkehrsunfällen gibt es in Niederösterreich große Unterschiede, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Statistik Austria zeigt. In Wiener Neustadt und im Bezirk Mödling waren im Zeitraum 2013 bis inklusive 1. Halbjahr 2017 der Anteil der AlkoUnfälle mit jeweils 4,1 Prozent am niedrigsten in Niederösterreich.

Im Bezirk Scheibbs waren 11,4 Prozent der Verkehrsunfälle Alko-Unfälle, was nicht nur in Niederösterreich, sondern sogar österreichweit der höchste Anteil von Alko-Unfällen ist. Insgesamt wurden in Niederösterreich im Untersuchungszeitraum bei 2.140 Alko-Unfällen 2.693 Personen verletzt, 23 Menschen kamen ums Leben. Die meisten Todesopfer durch Alko-Unfälle waren im Bezirk Mistelbach mit vier zu beklagen, im Bezirk Bruck an der Leitha starben wegen Alko-Lenkern drei Menschen.

Die meisten Alko-Unfälle in NÖ

  1. Bezirk Scheibbs: 11,4 Prozent
  2. Bezirk Tulln: 8,9 Prozent
  3. Bezirk Wiener Neustadt Land: 8,0 Prozent
  4. Bezirk Zwettl: 8,0 Prozent
  5. Bezirk Melk: 7,9 Prozent
  6. Bezirk Neunkirchen: 7,8 Prozent

Die geringsten  Alko-Unfälle in NÖ

  1. Wiener Neustadt: 4,1 Prozent
  2. Bezirk Mödling: 4,1 Prozent
  3. Waidhofen a./d. Ybbs: 4,5 Prozent
  4. Bezirk Horn: 4,9 Prozent

Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2017

Städte klar im Vorteil

Österreichweit weisen Städte den niedrigsten Anteil an Alko-Unfällen auf. Das öffentliche Verkehrsangebot in den Städten sowie die Möglichkeit mit dem Taxi oder zu Fuß nach Hause zu kommen sind die Hauptgründe für den niedrigeren Anteil von Alko-Unfällen in den Städten, stellt der VCÖ fest.

„In dünner besiedelten Regionen kann mit Nacht- und Discobussen sowie Anrufsammeltaxis die Zahl der Alko-Unfälle verringert werden“, stellt VCÖ-Sprecher Christian Gratzer fest. Häufig scheitern diese für die Verkehrssicherheit wichtigen Angebote an der Finanzierung. Deshalb schlägt der VCÖ vor, dass ein Teil der Einnahmen aus Verkehrsstrafen für die Einführung von Anrufsammeltaxis, Nachtbussen und Gemeindebussen zweckgewidmet wird. Zudem sind zwischen Siedlungen und dem nächstgelegenen Ortsgebiet sichere Gehwege zu errichten. Immer wieder kommt es zu schweren Unfällen, wenn Personen in der Nacht entlang einer Freilandstraße nach Hause gehen.

Advent: „Don’t drink and drive“

Im vergangenen Dezember wurden in Niederösterreich bei 35 Alko-Unfällen 42 Personen verletzt. Adventzeit ist auch Punschzeit. Aufgrund der Süße wird die Wirkung von Punsch oft unterschätzt. Zudem kann der Alkoholgehalt je Punsch und Punschstand stark variieren. Deshalb die Devise „Don’t drink and drive“ beherzigen. Der VCÖ erinnert daran, dass bereits bei 0,5 Promille das Unfallrisiko auf das Doppelte steigt, bei 1,0 Promille auf das 7-Fache und bei zwei Promille auf das 35-Fache.

Gern gelesen

Kommentare