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FOTEC eröffnet Labor für den 3D-Druck von Metallen

Zukunftstechnologie aus Wiener Neustadt

Dieser Artikel wurde vor 7 Jahren veröffentlicht. (Letztes Update vor: 5 Jahren)

Laserstrahlschmelzanlage FOTEC / Foto: © FOTEC/Hinterramskogler
Operateur/Technologe beim Warten der Laserstrahlschmelzanlage vom Typ EOS M280 für den 3D-Druck von Metallen im LMI der FOTEC.Foto: © FOTEC/Hinterramskogler

Die Erweiterung der Forschungsinfrastruktur für den 3D-Druck von Metallen ist ein priorisiertes Projekt im Rahmen des Forschungs-, Technologie- und Innovationsprogrammes NÖ wie auch ein gemeinsames Investitionsvorhaben des Landes NÖ, der Wirtschaftskammer NÖ und der FH Wiener Neustadt.

Mit der heutigen Eröffnung des „Laboratory for Manufacturing Innovation“ (LMI) wurde eine kompetente Anlaufstelle für Unternehmen geschaffen, die sich rund um den 3D-Druck von Metallen beraten, aber auch Testproduktionen durchführen lassen möchten. Das Labor der FOTEC Forschungs- und Technologietransfer GmbH ist in dieser Dimension einzigartig in Österreich.

Know-How für Wirtschaft und Bildung

Das Labor der FOTEC, dem Forschungsunternehmen der FH Wiener Neustadt, ist mit modernstem Equipment für den 3D-Druck von Metallen ausgestattet und ermöglicht den schnellen Zugang zu technologischem Know-how für den Bildungsbereich, aber auch für Unternehmen. Durch diese effiziente Form des Wissenstransfers, kann der oftmals zeit- und kostenintensive Aufbau von Kenntnissen im eigenen Unternehmen eingespart bzw. besser investiert werden.

„3D-Druck ist eine Technologie, die sich weltweit am Vormarsch befindet. Auch aus diesem Grund wurde die Etablierung eines Labors für den 3D-Druck als Schwerpunkt in unserem Zukunftsprogramm, dem ´Forschungs-, Technologie- und Innovationsprogramm Niederösterreich´, verankert. Mit der Förderung von innovativen Technologien, wie dem 3D-Druck, steigern wir die Qualität unseres Wissenschaftsstandortes sowie die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Betriebe“, so Johanna Mikl-Leitner, Landeshauptfrau von Niederösterreich.

“Ein starker Standort braucht Produktion.”

„Das neue 3D-Druckzentrum schafft für unsere produzierende Wirtschaft Möglichkeiten, die wir bisher nicht hatten. Wir gehen davon aus, dass rund 1.500 Unternehmen mit 56.000 Beschäftigten aus der gewerblichen und industriellen Produktion davon durch Forschungsaufträge in ganz besonderem Maß profitieren werden – und mit diesen der ganze Wirtschaftsstandort Niederösterreich. Ein starker Standort braucht Produktion. Das neue 3D-Druckzentrum schafft für unsere produzierende Wirtschaft einen zusätzlichen, kräftigen Turbo“, so KR Sonja Zwazl, Präsidentin der Wirtschaftskammer Niederösterreich.

Neue Infrastruktur für EUR 2,1 Mio

Um den erforderlichen Ausbau der vorhandenen Möglichkeiten für den 3D-Druck von Metallen bei der FOTEC sicherzustellen, haben das Land NÖ (zu 50%), die FH Wiener Neustadt (zu 26%) und die Wirtschaftskammer NÖ (zu 24%) ein Investitionsprojekt über EUR 2,1 Mio. erfolgreich realisiert.

Unter Konsultation der Bundesbeschaffung GmbH wurde folgende LMI-Laborinfrastruktur angeschafft:

  • Laserstrahlschmelzanlage für den 3D-Druck von Metallen
  • Laserstrahlschmelzanlage für den 3D-Druck von Kunststoffen
  • Wärmebehandlungsofen für metallische Bauteile
  • Testkammer

„Die FOTEC ist als Tochtergesellschaft der FH Wiener Neustadt unsere Botschafterin im technischen Forschungsbereich. Nach dem erfolgreichen Start des Satelliten Pegasus können wir mit dem 3D-Druck-Labor nun den nächsten Meilenstein setzen. Durch die enge Verknüpfung von Forschung, Lehre und Anwendung wird einmal mehr der Gründungsgedanke der Technopole Niederösterreichs Realität. Mein Dank gilt dem Land Niederösterreich und der Wirtschaftskammer Niederösterreich, dass wir gemeinsam in die Forschung investieren, um einen Mehrwert für unsere Wirtschaft zu erzielen“, betont FHWN-Aufsichtsratsvorsitzender Bürgermeister Mag. Klaus Schneeberger.

Von der Forschung bis zur Anwendung

Das LMI ermöglicht den Brückenschlag von der Forschung bis hin zur Anwendung und bietet kompetente Beratung bei technologischen Fragestellungen rund um den 3D-Druck von Metallen – beginnend beim Erstkontakt mit der Technologie über die Abwicklung von Forschungs- und Entwicklungsvorhaben inkl. der Herstellung von Prototypen oder Vor- und Testserien bis hin zur Unterstützung bei der Absicherung von künftigen Investitionsentscheidungen.

„Vom breiten Studienangebot über zahlreiche Spezialisierungsmöglichkeiten bis hin zur angewandten Forschung mit unmittelbarem Praxisbezug – die FH Wiener Neustadt setzt Impulse für eine erfolgreiche Zukunft. Wir freuen uns, dass auch unser Forschungsunternehmen FOTEC stetig wächst – ein klarer Mehrwert für unsere Studierenden“, so Mag. Josef Wiesler, Geschäftsführer der FH Wiener Neustadt. Denn auch StudentInnen der FH Wiener Neustadt sind in Form von Praktika, Bachelor- oder Master-Arbeiten aktiv an den innovativen Forschungs- und Entwicklungsprojekten der FOTEC beteiligt.

Ein Anwendungsbeispiel aus der Praxis

Im Auftrag der Europäischen Weltraumorganisation ESA entwickelte die FOTEC mittels 3D-Druck eine Motorenhalterung für Solarmodule von Satelliten. Das Besondere dabei ist, dass die Halterung nun nicht mehr wie bisher üblich aus fünf Komponenten hergestellt werden muss, sondern mit einem einzigen 3D-gedruckten Bauteil realisiert werden kann. Darüber hinaus wurde bei der Motorenhalterung eine Gewichtsreduktion von 20% erreicht, ohne dabei Einbußen bei der mechanischen Belastbarkeit in Kauf nehmen zu müssen. Somit werden gleich zwei Vorteile des 3D-Drucks schlagend: Zum einen spart jedes Kilogramm weniger in der Raumfahrt nennenswert Treibstoff, zum anderen kann auf Verbindungselemente verzichtet werden. FOTEC-Partner in diesem Projekt waren Airbus DS, Thales Alenia Space, cnes und AAC.

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